Porträtfoto von Fotografin Astrid Rethmann
Niels C. Fleischhauer

Niels C. Fleischhauer

Ärztliche Bewerbungsfotos: wie Mediziner optisch überzeugen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte”, weiß der Volksmund. Auch und gerade Bewerbungsfotos stellen aus diesem Grund einen kritischen Punkt für jede ärztliche Bewerbung dar. Sie können mit Ihrem Bild Pluspunkte sammeln oder eine Absage kassieren. Es wird also höchste Zeit, einen selbstkritischen Blick aufs eigene Antlitz zu werfen.

In diesem hilfreichen Blog-Beitrag verdeutlicht Fotografin und Jobcoach Astrid Rethmann, warum Bewerbungsfotos für Ärzte auch heute noch wichtig sind. Sie erfahren, welche Fehler Sie bei Ihrem Bild unbedingt vermeiden sollten. Am Schluss zeigen wir Ihnen, wie Sie mit Ihrem Bewerbungsfoto an eine schöne Arztstelle kommen.

Sollten Ärzte auf Bewerbungsfotos verzichten?

Sehe ich zu alt für die Chefarztstelle aus? Ist meine dunkle Hautfarbe ein Problem für meinen Arbeitgeber? Darf ich als Muslima ein Kopftuch tragen?” Heikle Fragen wie diese sind es, welche sich Ärzte besonders in Zeiten der zunehmenden Sensibilität für Diskriminierung im Bewerbungsprozess stellen. Manche Ärzte befürchten Nachteile im Bewerbungsverfahren oder, nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Sollten Ärzte ihren Lebenslauf also lieber ohne Bewerbungsfoto verfassen?

Auch wenn im englischsprachigen Raum immer mehr dazu übergegangen wird, kein Bewerbungsfoto zu verwenden – Jobcoach Rethmann spricht sich explizit für das ärztliche Bewerbungsfoto aus: “In Deutschland wird immer noch sehr viel Wert auf ein Bewerbungsfoto gelegt.” Eine Abweichung von den hiesigen Gepflogenheiten würde dem Lebenslauf von Medizinern im Bewerbungsprozess einen Malus bescheren. Ihre ärztliche Bewerbungsmappe liefe Gefahr, vom Personaler aussortiert zu werden.

Doch was ist, wenn ich befürchte, wegen äußerlicher Merkmale diskriminiert zu werden? “Welche Reaktionen bestimmte Aspekte eines Bewerbungsfotos auslösen, ist zunächst mal Spekulation und für mich als Bewerber nicht beeinflussbar. Hier würde ich eher danach entscheiden, ob z. B. ein Kopftuch oder auch leuchtend rot gefärbte Haare zu mir als Mensch gehören und es mir wichtig ist, dass das Unternehmen das auch klar erkennen kann”, gibt Fotografin Rethmann zu bedenken. Eine mögliche Diskriminierung ist nicht ausgeschlossen, aber umso schwieriger nachzuweisen. Keine Klinik wäre so unklug und würde Ihnen gegenüber offen äußerliche Merkmale als Grund einer Ablehnung angeben. Vielmehr würden Sie eher eine grundlose Absage oder im schlimmsten Falle gar keine Reaktion erhalten – Stichwort “Ghosting”. Insofern halte ich eine gewisse Gelassenheit für angebracht. “Wenn ich wegen solcher Faktoren dann als Bewerber gar nicht in Frage komme, passt dieses Unternehmen auch nicht zu mir”, ist Frau Rethmann überzeugt; und im Zweifelsfall kann ein Gang zum Fachanwalt für Arbeitsrecht für Klarheit sorgen.

Die richtige Gestaltung

Bei der Gestaltung eines guten Bewerbungsfotos gibt es für Mediziner einiges zu beachten, wie Fotografin Rethmann weiß: “Das Foto sollte nicht gestellt, sondern natürlich wirken. Im akademischen Umfeld rate ich von den typischen Portraitfotos ab. Zeigen Sie sich in Ihrer Berufsrolle. Damit können Sie Ihre fachliche Kompetenz und die hohe Motivation für die angestrebte Stelle unterstreichen. Außerdem beantwortet sich die Kleidungsfrage damit von selbst.

Zudem gibt es Faktoren, auf die wir nur bedingt Einfluss besitzen. Eine Studie (externer Link) hat ergeben, dass attraktive Frauen seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden als weniger schöne Kandidatinnen oder solche ohne Bewerbungsfoto. Bei Männern hingegen liegen die Dinge genau andersherum: Hübsche Männer werden häufiger zu Bewerbungsgesprächen eingeladen als ihre weniger attraktiven Kollegen. Dieser spannende Umstand wird darauf zurückgeführt, dass Personalabteilungen vornehmlich weiblich besetzt sind und daher keine attraktive Kolleginnen wünschen. “Für mich ist die Schlussfolgerung aus dieser Studie, dass sich vor allem Frauen beim Fotoshooting auf die Darstellung ihrer fachlichen und persönlichen Kompetenzen konzentrieren sollten und nicht nur auf ihr Aussehen”, resümiert Jobcoach Rethmann. Ansonsten könnten junge, attraktive Assistenzärztinnen nämlich durchaus Nachteile mit ihrem Bewerbungsfoto erleiden.

Professionalität zahlt sich aus

Auch wenn Handy-Kameras heutzutage beeindruckende Fotos schießen können, kommt es auf mehr als das an. “Ein professionelles Bewerbungsfoto macht eine Bewerbung hochwertiger. Damit macht der Bewerber klar, dass ihm die Stelle wichtig ist”, unterstreicht Frau Rethmann. Sie sollten daher unbedingt ein professionelles Fotoshooting buchen. Diese sind wirklich nicht teuer und beginnen schon bei 100 bis 300 Euro.

Bei der Beauftragung des passenden Anbieters sollten Sie keine vorschnelle Entscheidung fällen. “Telefonieren Sie mit mehreren Fotostudios, bevor Sie sich entscheiden, wo das Shooting stattfinden soll”, empfiehlt Fotografin Rethmann. Nicht immer sollte der naheliegendste Fotograf Ihre erste Wahl sein; und auch der höchste Preis verspricht nicht zwangsläufig das beste Ergebnis. “Ein guter Fotograf fragt Sie nach Ihren Vorstellungen und danach, wo Sie sich bewerben wollen. Außerdem ist Lockerheit beim Shooting der Erfolgsfaktor. Bei der ersten Kontaktaufnahme bekommen Sie sehr schnell ein Gefühl dafür, ob Sie sich in der Gegenwart des Menschen hinter der Kamera wohlfühlen”, erklärt sie weiter.

Die richtige Arztstelle finden

Lassen Sie sich als Arzt nicht aufs Bewerbungsfoto reduzieren. Überzeugen sollten Sie nicht zuletzt mit Ihrer Persönlichkeit, Ihrer fachlichen Ausbildung und vor allem einer klaren Motivation. Das gilt übrigens nicht nur für erfahrene Fachärzte und Oberärzte, sondern bereits bei der Bewerbung als Assistenzarzt. Wer Sie trotzdem abblitzen lässt, der hat es eben auch nicht verdient, Sie als Mitarbeiter zu gewinnen.

Zum Glück gibt es genügend alternative Stellen und Karrieremöglichkeiten für Ärzte. Gemeinsam finden wir den Arbeitgeber, welcher Sie gerne einstellt – egal, mit welchem Foto. Melden Sie sich bei uns. Wir wollen, dass Sie Ihren Arztberuf lieben.

Astrid Rethmann ist Jobcoach und Fotografin beim Coaching-Netzwerk von Orangewerk. Sie begleitet Angestellte und Selbstständige auf dem Weg zu einer erfolgreichen Karriere. Mehr erfahren Sie auf der Website von Orangewerk (externer Link).

Über den Autor

Niels C. Fleischhauer

Niels C. Fleischhauer

Inhaber von Ärzteglück

Weitere spannende Beiträge

Oberarzt freut sich

Oberarzt werden

Erinnern Sie sich noch daran, als Sie das erste Mal Ihrem Oberarzt begegnet sind? Wie fühlten Sie sich damals? Waren Sie etwas unsicher oder sogar

Weiterlesen