Nachdenklicher Arzt sitzt mit Taschenrechner am Schreibtisch
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Niels C. Fleischhauer (M.A.)

Laufende Kosten in der Arztpraxis: 5 Maßnahmen, um Personalkosten und weitere Ausgaben zu senken

Es kann sich langsam ankündigen oder auch wie ein Schock auf Ärzte hereinbrechen: Das Praxiskonto ist im Minus. Besonders schlimm wird es dann, wenn man gar nicht mehr genau sagen kann, wo das ganze Geld eigentlich versickert.

Die Angst vor zu hohen laufenden Kosten kann Ärzte davon abhalten, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Andere sind bereits niedergelassen und fragen sich, warum die Praxis trotz guter Auslastung finanziell nicht so profitabel ist. Besonders die hohen Personalkosten in der Arztpraxis stehen dabei schnell im Fokus.

In diesem Blog-Beitrag schauen wir uns die finanziellen Belastungen einer Arztpraxis systematisch an. Dabei ist es mir wichtig, Ihnen einen echten Überblick zu ermöglichen. Und ich werde Ihnen auch ganz konkrete Maßnahmen nennen, wie Sie die laufenden Kosten in Ihrer Arztpraxis deutlich senken können.

Praxis-, Gründungs- und Unternehmensberatung für Ärzte

Warum laufende Kosten in der Arztpraxis vielen Ärzten Sorgen bereiten

Vor der Niederlassung mit einer Arztpraxis schwirren unzählige Gedanken und Sorgen um Mediziner herum. Insbesondere die Frage nach den finanziellen Belastungen wirkt oft wie eine unsichtbare Wand. Das gesamte Gründungsvorhaben wird dadurch infrage gestellt.

Auch im laufenden Praxisbetrieb bleibt bei vielen das nagende Gefühl, dass irgendwo zu viel Geld verloren geht. Diese Sorgen unterscheiden sich je nach ärztlicher Situation. KV-Ärzte fürchten (berechtigterweise), dass die laufenden Kosten der Arztpraxis schneller steigen als die budgetierten Einnahmen. Besonders das Personal wird dabei als kritischer Faktor wahrgenommen, weil Gehälter kontinuierlich gezahlt werden – unabhängig von Quartalsabrechnungen oder Auslastungsschwankungen. Privatärzte hingegen sorgen sich oft um die Planbarkeit ihrer Umsätze und fragen sich, ob diese dauerhaft ausreichen, um Fixkosten zu tragen.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem, das ich in der Beratungspraxis von Ärzteglück immer wieder sehe: Kosten werden häufig isoliert betrachtet. Die Miete ärgert einen; die IT ist teuer; das Personal kostet ohnehin viel; und die Versicherungen laufen parallel. Was fehlt, ist die Gesamtsicht. Solange Ärzte ihre laufenden Kosten nicht im Zusammenhang mit dem Umsatz und den Prozessen sehen, wirken einzelne Posten bedrohlicher, als sie tatsächlich sind. Andere wiederum werden einfach als gegeben hingenommen oder gehen sogar unter.

Doch dort, wo Transparenz entsteht, sinkt die Angst spürbar. Praxisinhaber, welche die laufenden Kosten in ihrer Arztpraxis strukturiert erfassen und einordnen, gewinnen Handlungsspielraum zurück. Genau deshalb ist es so wichtig, diese Sorgen ernst zu nehmen, aber nicht bei ihnen stehenzubleiben. Im ersten Schritt geht es mir daher darum, die verschiedenen Kostenarten zu bestimmen.

Einmalige und laufenden Kostenarten in der Arztpraxis

Spätestens wenn die eigene Arztpraxis Realität wird, merkt man schnell, dass die laufenden Kosten weit mehr als ein abstrakter Begriff aus dem Businessplan sind. Zunächst lässt sich zwischen laufenden Kosten und einmaligen Investitionen unterscheiden. Einmalige Investitionen sind etwa die Kosten für die Praxisübernahme oder größere Geräteanschaffungen. Doch um diese Posten soll es in diesem Artikel nicht gehen. Meist werden sie von Banken fremdfinanziert.

Laufende Kosten entstehen in einer Arztpraxis regelmäßig und dauerhaft – unabhängig davon, wie gut ein Quartal läuft. Dazu zählen unter anderem:

  • Mietzahlungen
  • Personalkosten
  • Energiekosten
  • IT-Ausgaben
  • Versicherungsprämien
  • Aufwendungen für Verbrauchsmaterialien

Ein vollständiger Überblick über alle relevanten laufenden Kostenarten ist die Grundlage für jede wirtschaftliche Betrachtung einer Arztpraxis. Erst wenn klar ist, welche Posten in welcher Größenordnung regelmäßig anfallen, lässt sich beurteilen, wie tragfähig das Unternehmen ist. Genau diesen Überblick schaffen wir im nächsten Schritt, indem wir die laufenden Kosten konkret beziffern und in einer strukturierten Übersicht zusammenführen.

Laufende Kosten einer durchschnittlichen Arztpraxis

Als Grundlage meiner Kalkulation dient mir eine hausärztliche KV-Einzelpraxis in einem Gebiet, welches über keine freien Kassensitze verfügt. Der Praxisinhaber jedenfalls besitzt eine volle KV-Zulassung. Seine Niederlassung ist für heutige Verhältnisse gewohnt stark frequentiert. Die Werte stellen realistische Durchschnittswerte pro Monat dar, wie sie in meiner Beratungspraxis regelmäßig anzutreffen sind. Je nach Region, Praxisgröße und Organisation können Abweichungen nach oben oder unten auftreten. Die grundsätzliche Struktur bleibt jedoch vergleichbar.

KostenbereichMonatliche Kosten (in Euro)1
Personal inklusive Lohnnebenkosten211.500
Miete Praxisräume inklusive Nebenkosten2.200
Strom350
Heizung250
Wasser120
Reinigung1.200
Abfallentsorgung150
Wartung und Instandhaltung200
Summe Energie und Infrastruktur2.270
Praxissoftware350
TI-Anbindung200
IT-Wartung und Support250
Datensicherung80
Summe IT und Technik880
Medizinische Verbrauchsmaterialien900
Kleinanschaffungen300
Summe medizinischer Sachbedarf1.200
Berufshaftpflichtversicherung120
Inventar- und Inhaltsversicherung80
Praxisausfallversicherung100
Berufsgenossenschaft120
Kammerbeiträge60
Summe Versicherungen und Abgaben480
Fahrzeug-Leasing600
Gerätekredite400
Summe Finanzierung1.000
Pflichtfortbildungen250
Qualitätsmanagement120
Datenschutz und Hygiene180
Summe Regularien550
Website und Pflege120
Patientenkommunikation80
Lokale Sichtbarkeit100
Summe Marketing300
Steuerberatung und Buchhaltung450
Sonstige laufende Betriebskosten300
Summe der laufenden Kosten pro Monat21.130
Summe der laufenden Kosten pro Jahr253.560
Tabellarische Auflistung der durchschnittlichen laufenden Kosten in einer hausärztlichen KV-Arztpraxis pro Monat. 1Inklusive Umsatzsteuer. 2Für drei medizinische Fachangestellte.

Mehr als 20.000 Euro pro Monat sind eine beachtliche Summe. So stellen die Personalkosten traditionell den mit Abstand größten Kostenfaktor einer Arztpraxis dar. Zugleich weisen Erhebungen darauf hin, dass die Aufwendungen einer kassenärztlichen Praxis tendenziell sogar stärker ansteigen als die Einnahmen. Insofern können wir festhalten, dass die Zukunftsaussichten alles andere als rosig sind. Und dies hat Folgen: Dem Zentralinstitut der kassenärztlichen Versorgung (Zi) zufolge überlegen rund 60 Prozent der KV-Praxisinhaber, ihre Niederlassung schon vor dem Renteneintritt aufzugeben. Und wenn sie es doch nicht tun, so kann man sich ausmalen, wie wenig motivierend und erfüllend der Arbeitsalltag wohl aussieht. Viele der Betroffenen lernen wir dann in unserem Coaching für Ärzte kennen, um gemeinsam neue Perspektiven herauszuarbeiten.

Ausgaben senken durch Zusammenarbeit

Spätestens wenn man die eigenen Zahlen kennt, taucht eine Frage fast automatisch auf: Muss ich das alles alleine stemmen? Geht es vereint nicht deutlich entspannter? Genau an diesem Punkt kommen Gemeinschaftsmodelle ins Spiel. Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) bieten neben fachlichen Synergien auch strukturelle Kostenvorteile, die sich Monat für Monat bemerkbar machen.

Der größte Hebel liegt in den geteilten Fixkosten. Räume werden gemeinsam genutzt, wodurch sich Miete und Nebenkosten pro Arzt deutlich reduzieren. Personal lässt sich effizienter einsetzen, weil Aufgaben verteilt und Ausfallzeiten besser abgefedert werden können. Auch Praxissoftware, Wartungsverträge oder Geräte fallen pro Kassensitz günstiger aus, wenn sie gemeinsam finanziert werden. Hinzu kommen Verwaltungsaufgaben, die sich bündeln lassen und damit Zeit sowie externe Kosten sparen.

Um das greifbar zu machen, lohnt sich eine vergleichende Rechnung. Die folgende Übersicht zeigt typische laufende Arztpraxis-Kosten einer hausärztlichen BAG in Relation zu der oben dargestellten Einzelpraxis. Die Beträge der BAG sind dabei auf einen Kassensitz heruntergerechnet.

KostenbereichEinzelpraxisBAG
Personal inklusive Lohnnebenkosten11.5009.000
Miete Praxisräume inklusive Nebenkosten2.2001.400
Energie und Infrastruktur2.2701.000
IT und Technik880600
Medizinischer Sachbedarf1.2001.000
Versicherungen und Abgaben480360
Finanzierung1.000740
Regularien550420
Marketing300200
Steuerberatung und Buchhaltung450450
Sonstige laufende Betriebskosten300250
Summe der laufenden Kosten pro Monat21.13015.420
Tabellarischer Vergleich der laufenden Kosten einer einzelnen KV-Hausarztpraxis mit einer BAG, welche drei kassenärztliche Kollegen beinhaltet, je Kassensitz. Alle Werte in Euro und inklusive Umsatzsteuer.

Einen Effekt, den man als Konsument in Form der sogenannten Singles Tax kennt, erkennt man auch bei den laufenden Kosten einer Arztpraxis deutlich: Einzelpraxen zahlen wesentlich mehr als ihre selbstständigen Kollegen in BAG. Besonders stark ist die prozentuale Ersparnis je BAG-Arzt bei Anmietung und Betrieb der Räumlichkeiten. Je mehr Ärzte beteiligt sich, desto wirtschaftlich lohnenswerter wird die BAG. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Vorteile, die sich nicht direkt in Euro messen lassen – etwa bessere Vertretungsmöglichkeiten oder flexiblere Arbeitszeiten.

Personalkosten belasten Arztpraxen

Es ist ein alter Hut: Niedergelassene Ärzte suchen seit Jahren händeringend nach Praxismitarbeitern. Auch ich werde jeden Monat gefragt, ob Ärzteglück mittlerweile auch MFA vermittelt. Bisher verneine ich das immer.

Zynisch: Hat man das unverzichtbare Personal endlich angestellt, dann leidet der Kontostand. Es ist ein Dilemma. Denn ohne Angestellte funktioniert es auch nicht. Also stellen Personalkosten den mit weitem Abstand größten Kostenfaktor in einer kassenärztlichen Praxis dar. Im Falle der Einzelpraxis sprechen wir hier immerhin über mehr als 50 (!) Prozent der laufenden Ausgaben. Das Zi ermittelt übrigens fachübergreifend 56 Prozent.

Ja, die Personalkosten für MFA in einer Arztpraxis sind enorm hoch. Doch bei alledem fallen mir immer wieder gewisse organisatorische Missstände auf. Ein klassischer Fehler ist ein überdimensionierter oder falsch eingesetzter Personalschlüssel. Dabei geht es weniger um die Anzahl der Mitarbeiter als vielmehr deren Einsatz. Beispielsweise erledigt manche hoch qualifizierte MFA Aufgaben, die delegierbar oder automatisierbar wären – zum Beispiel den Telefon-Dienst –, während der Arzt nicht-ärztliche Tätigkeiten übernimmt. Diese Fehlverteilung kostet Geld, Zeit und Nerven. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, man brauche immer mehr Personal, obwohl das vorhandene Team ineffizient eingesetzt ist.

Hinzu kommen Aufgaben, die teuer intern erledigt werden, obwohl externe oder delegierte Lösungen wirtschaftlicher wären. Abrechnung, Dateschutz oder Qualitätsmanagement werden häufig „nebenbei“ von Mitarbeitern übernommen, die dafür weder ausgebildet noch effizient eingesetzt sind. Das bindet Arbeitszeit, erzeugt Fehler und führt langfristig zu Frust im Team. Dabei ließen sich viele dieser Aufgaben klar strukturieren oder gezielt auslagern. Oder wie ich immer sage: “Delegieren Sie möglichst viele Tätigkeit an Ihr Personal. Und delegieren Sie möglichst viele Tätigkeiten Ihres Personals an externe Dienstleister.

Praxis-, Gründungs- und Unternehmensberatung für Ärzte

Eine zusätzliche finanzielle Belastung entsteht durch historisch gewachsene Strukturen, die nie hinterfragt werden. Prozesse laufen „schon immer so“; Zuständigkeiten werden nicht hinterfragt; und Dienstpläne werden aus schierer Gewohnheit erstellt. Solange die Praxis wirtschaftlich überlebt, fehlt oft der Impuls zur Veränderung. Und unter zunehmendem Druck kann dieser erst gar nicht keimen.

Fünf Maßnahmen, um laufende Kosten in der Arztpraxis zu senken

Wer jetzt denkt, ich wollte ein düsteres Bild zeichnen, der kennt Ärzteglück noch nicht. Wir wollen, dass Sie Ihre Niederlassung beruflich glücklich macht. Und dazu gehört auch, die laufenden Kosten in der Arztpraxis zu senken. Meinen Erfahrungen aus vielen Unternehmen- und Praxissberatungen für niedergelassene Ärzte zufolge eignen sich dafür zuvorderst fünf konkrete Anpassungen.

1. Die richtigen Mitarbeiter einstellen
Der größte Hebel liegt fast immer darin, die Personalkosten in der Arztpraxis gezielt zu optimieren. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Stellen abzubauen oder Gehälter zu drücken. Praxis-Mitarbeiter sind unverzichtbar und schwer genug zu finden. Fragen Sie sich eher, ob Sie Aufgaben sinnvoll verteilt haben. Ärztliche Tätigkeiten sollten ärztlich bleiben. Alles andere darf man dagegen getrost delegieren. Die Anstellung von Versorgungsassistenten (https://www.hausarzt-rlp.de/index.php/fortbildungen/ausbildung-zur-verah) oder speziell geschulten MFA kann die Produktivität deutlich steigern und gleichzeitig die Arbeitsbelastung des Arztes reduzieren.

2. Prozessoptimierung
Eng mit der ersten Maßnahme verbunden ist die Überprüfung von Prozessen und der Aufgabenverteilung. Hinterfragen Sie, welche Person zu welchem Zeitpunkt welche Tätigkeit ausführt. Beispielsweise tritt erfahrungsgemäß in den meisten Fällen schnell zutage, dass Terminvereinbarungen wesentlich besser online als telefonisch erfolgen. Oder, dass unklare Regelungen zu vielen doppelten Rückfragen führen. Dank Erkenntnissen wie diesen lassen sich Personalaufwendungen weiter zu reduzieren. Und wer sich zum Beispiel an einer Praxisgemeinschaft beteiligt, der ist praktisch gezwungen, sich mit Prozessoptimierung zu befassen. Die Folge wäre ansonsten ein organisatorisches Chaos.

3. Räumlichkeiten wechseln oder untervermieten
Die laufenden Ausgaben für Miete und Energie stellen nach den Personalkosten den größten Posten in einer Arztpraxis dar. Zu große Flächen, ineffiziente Raumaufteilung oder ungünstige Mietverträge belasten die Praxis dauerhaft. Manchmal ist ein Umzug sinnvoll; in anderen Fällen genügt es vielleicht schon, wenn man die ungenutzten Räumlichkeiten einem Kollegen zur Verfügung stellt. So lassen sich – vergleichbar mit der BAG – die laufenden Kosten der Arztpraxis auf mehrere Schultern verteilen.

4. Verträge mit Dienstleistern prüfen
Ein weiterer oft unterschätzter Bereich sind IT- und Dienstleisterkosten. Praxissoftware, Wartungsverträge oder externe Dienstleistungen laufen häufig jahrelang unverändert weiter. Kaum jemand prüft regelmäßig, ob Leistungen noch benötigt werden oder marktgerecht bepreist sind. Es muss auch nicht in jedem Fall eine überdimensionierte, als “Praxissoftware” betitelte Anwendung sein. Häufig zahlt man dadurch einen Preisaufschlag, der sich leicht verhindern ließe.

5. Einkaufsstrategie anwenden
Der fünfte Hebel liegt im strategischen Umgang mit Einkauf und Sachkosten. Medizinischer Verbrauch wird in vielen Praxen nebenbei organisiert – ohne klare Einkaufsstrategie. Rahmenverträge, Sammelbestellungen oder ein bewusster Produktvergleich senken jedoch die Kosten dauerhaft. Gleichzeitig sorgt eine bessere Planung dafür, dass Material nicht unnötig gebunden oder entsorgt wird.

Laufende Kosten in einer Privatarztpraxis

Zu guter Letzt möchte ich Ihre Aufmerksamkeit noch auf die Privatpraxis lenken. Wir begleiten jedes Jahr unzählige Mediziner, die eine Privatpraxis eröffnen möchten. Dabei stellen viele Klienten verblüfft fest, wie überschaubar die finanziellen Aufwendungen als Privatarzt mit einer kleinen Praxis ausfallen. Womöglich ist das auch eine Alternative für Sie, an die Sie noch gar nicht gedacht haben. Aus diesem Grund folgt jetzt noch einmal eine tabellarische Übersicht zu den laufenden Kosten mit einer Privatpraxis.

KostenbereichMonatliche Kosten (in Euro)1
Personal inklusive Lohnnebenkosten0
Miete Praxisräume inklusive Nebenkosten1.500
Strom240
Heizung170
Wasser80
Reinigung800
Abfallentsorgung100
Wartung und Instandhaltung140
Summe Energie und Infrastruktur1.530
Praxissoftware350
TI-Anbindung0
IT-Wartung und Support250
Datensicherung80
Summe IT und Technik680
Medizinische Verbrauchsmaterialien610
Kleinanschaffungen200
Summe medizinischer Sachbedarf810
Berufshaftpflichtversicherung120
Inventar- und Inhaltsversicherung80
Praxisausfallversicherung100
Berufsgenossenschaft0
Kammerbeiträge60
Summe Versicherungen und Abgaben360
Fahrzeug-Leasing0
Gerätekredite400
Summe Finanzierung400
Pflichtfortbildungen250
Qualitätsmanagement120
Datenschutz und Hygiene180
Summe Regularien550
Website und Pflege120
Patientenkommunikation80
Lokale Sichtbarkeit100
Summe Marketing300
Steuerberatung und Buchhaltung450
Sonstige laufende Betriebskosten300
Summe der laufenden Kosten pro Monat6.880
Summe der laufenden Kosten pro Jahr82.560
Tabellarische Auflistung der durchschnittlichen laufenden Kosten in einer hausärztlichen Privatpraxis pro Monat. 1Inklusive Umsatzsteuer.

Aufgrund ihrer Spezialisierung, der individuellen Honorarvereinbarungen und einer fehlenden Budgetierung erzeugen Privatärzte pro Patient wesentlich mehr Umsatz. Dies führt nicht nur dazu, dass der Reinertrag in der Privatarztpraxis höher als in Kassenpraxen ausfällt; vielmehr erzielt man diese Einnahmen in aller Regel auch mit deutlich weniger Patienten. In der Folge kommen viele Privatarztpraxen ganz ohne Mitarbeiter aus. Und dies spiegelt sich auch in den laufenden Kosten der Privatarztpraxis wider, welche nur etwa ein Drittel (!) der Ausgaben in der Kassenpraxis betragen.

Warum sich eine Niederlassung lohnt – und wie Ärzteglück Sie dabei unterstützt

Das waren jetzt wirklich viele Zahlen. Wenn man sie alle zusammenführt, entsteht ein deutlich klareres Bild als zu Beginn. Laufende Kosten in der Arztpraxis sind eine echte Belastung – insbesondere für kassenärztliche Einzelpraxen. Doch lassen Sie sich davon bitte nicht lähmen. Ich hoffe, dass ich aufzeigen konnte, dass Sie etwas gegen hohe Ausgaben unternehmen können – etwa durch betriebsinterne Optimierungen, den Zusammenschluss mit Kollegen oder die Gründung einer Privatpraxis.

Falls Sie aktuell überlegen, sich als Arzt selbstständig zu machen, so kann Ihnen dieser Beitrag als Entscheidungshilfe dienen. Die KV-Praxis ist sicherlich ein Selbstläufer, was die Einnahmenseite angeht; allerdings nehmen Sie damit auch erhebliche Belastungen auf sich, gegen die man – wie oben beschrieben – anzukämpfen hat.

Ich jedenfalls bin ein Fan von privatärztlichen Praxen. Die gründe ich am liebsten – auch gerne ergänzend zu einer Kassenpraxis. Warum das so ist – und aus welchen Gründen sich eine Privatpraxis sicherlich auch in Ihrer Region lohnt – verrate ich Ihnen gerne persönlich. In unserer Gründungs-, Praxis- und Unternehmensberatung unterstützen wir Ärzte nicht nur bei ihrem Geschäftsmodell, der Zielgruppendefinition oder der Patientengewinnung. Wir wünschen uns, dass die Praxis auch in den nächsten Jahren erfolgreich läuft und Sie als Inhaber vor allem beruflich glücklich macht. Denn wir wollen, dass Sie Ihren Arztberuf lieben.

Praxis-, Gründungs- und Unternehmensberatung für Ärzte

Zusammenfassung: 5 Maßnahmen, um Personalkosten und weitere laufende Kosten in der Arztpraxis zu senken:

  1. Die richtigen Mitarbeiter einstellen
  2. Prozessoptimierung
  3. Räumlichkeiten wechseln oder untervermieten
  4. Verträge mit Dienstleistern prüfen
  5. Einkaufsstrategie anwenden

FAQ – häufigste Fragen und Antworten

  1. Wie hoch sind die laufenden Kosten einer durchschnittlichen Arztpraxis?

    Eine typische hausärztliche Einzelpraxis verursacht monatliche laufende Kosten von rund 20.000 Euro oder mehr. Auf das Jahr gerechnet entspricht das häufig über 250.000 Euro.

  2. Was sind die größten laufenden Kosten in einer Arztpraxis?

    Die mit Abstand größten laufenden Kosten in einer Arztpraxis sind die Personalkosten. In vielen kassenärztlichen Praxen machen sie über 50 % der Gesamtausgaben aus. Danach folgen Miete, Energie sowie IT- und Verwaltungskosten.

  3. Warum sind die Personalkosten in Arztpraxen so hoch?

    Personalkosten entstehen unabhängig von der Auslastung und steigen kontinuierlich durch Gehaltsanpassungen. Gleichzeitig werden Mitarbeiter oft ineffizient eingesetzt oder übernehmen Aufgaben, die delegierbar oder automatisierbar wären.

  4. Wie kann man die laufenden Kosten einer Arztpraxis senken?

    Die größten Hebel liegen in der Optimierung des Personaleinsatzes, effizienteren Prozessen, der Nutzung gemeinsamer Strukturen – zum Beispiel einer BAG –, der Überprüfung von Verträgen sowie einer strategischen Einkaufsplanung.

  5. Sind Einzelpraxen wirtschaftlich im Nachteil gegenüber Gemeinschaftspraxen?

    Ja, Einzelpraxen tragen sämtliche Fixkosten allein. In Gemeinschaftspraxen lassen sich Kosten wie Miete, Personal und IT auf mehrere Ärzte verteilen, wodurch die Ausgaben pro Arzt deutlich sinken.

  6. Warum sind die Kosten in einer Privatarztpraxis deutlich niedriger?

    Privatarztpraxen arbeiten oft mit weniger Personal, haben geringere Infrastrukturkosten und erzielen höhere Umsätze pro Patient. Dadurch fallen die laufenden Kosten häufig deutlich niedriger aus.

  7. Woher stammen die Informationen und Erfahrungswerte in diesem Beitrag?

    Neben den im Text genannten Quellen stammen die Informationen und Erfahrungswerte von Niels C. Fleischhauer, dem Inhaber von Ärzteglück. Er hat als Unternehmens-, Gründungs- sowie Praxisberater für Ärzte mehr als 100 Arztpraxen auch zum Thema Kostenstruktur und wirtschaftliche Praxisführung beraten.


Über den Autor

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Niels C. Fleischhauer (M.A.) hat Ärzteglück 2020 gegründet. Seine Expertise liegt auf den Gebieten Ärztevermittlung in die Schweiz, Coaching und Gründungs-, Praxis- sowie Unternehmensberatung für Ärzte. Er verfügt über den Abschluss Master of Arts im kommunikationswissenschaftlichen Bereich.

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