Arzt freut sich
Niels C. Fleischhauer

Niels C. Fleischhauer

Nebenjobs für Ärzte: die 10 lukrativsten Nebenjobs, um als Arzt zusätzlich Geld zu verdienen

Sie fahren weder Porsche, noch sind Sie Mitglied in einem Golfklub; und Ihr Haus haben Sie auch noch nicht abbezahlt? Das ist kein Wunder; denn viele Klischees über Ärzte stimmen einfach nicht. Zum Beispiel werden Sie als Arzt nicht automatisch reich. Ich weiß aber, wie wir Sie diesem Ziel deutlich näher bringen können.

Im Folgenden lernen Sie die lukrativsten Nebenjobs für Ärzte kennen, um zusätzlich Geld zu verdienen. Für die meisten dieser Nebenverdienste benötigen Sie als Arzt nicht mehr als ein einfaches Schreiben an Ihr Finanzamt. Außerdem zeige ich Ihnen, welche Spezialisten Sie bei Ihrer Nebentätigkeit unterstützen.

Als angestellter Arzt nebenbei Geld verdienen

Zu Beginn möchte ich eines vorwegnehmen: Sie werden in diesem Beitrag keine Angestelltenverhältnisse finden. Wenn Sie als Arzt zusätzlich Geld verdienen möchten, benötigen Sie ein gewisses regelmäßiges Stundenkontingent zur Verfügung. Das ist im Regelfall mit der (Vollzeit-)Anstellung eines Arztes nicht vereinbar, weil Ihr Arbeitgeber hierfür keine Genehmigung erteilen würde. Für die Ausübung eines Minijobs hingegen benötigen Sie zwar keine Erlaubnis; allerdings wäre eine Beschäftigung als Mediziner für vielleicht drei Stunden wöchentlich wirtschaftlich für alle Beteiligten unsinnig.

Das ist aber nicht weiter tragisch; denn sobald Sie sich als Arzt selbstständig machen, winken Ihnen unzählige lukrative Tätigkeiten und echte Alternativen zum Arztberuf. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass Sie die Aufnahme der freiberuflichen Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt anmelden.

Bedenken Sie, dass Sie möglicherweise auch bei der ärztlichen Selbstständigkeit zur Einholung einer Genehmigung von Ihrem Arbeitgeber verpflichtet sind. Näheres dazu erfahren Sie in Ihrem Arbeitsvertrag. Außerdem sollten Sie berücksichtigen, dass die folgenden Honorare ungefähre Bruttoangaben sind. Hiervon haben Sie gegebenenfalls später noch Steuern abzuführen und Versicherungsbeiträge zu entrichten.

1. Autor (70 Euro pro Stunde)

Als Mediziner wurden Sie standesgemäß über viele Jahre mit Fachwissen vollgestopft. Wäre es da nicht schön, wenn Sie diese Expertise zu Papier bringen und so als Arzt nebenbei Geld verdienen können? Sie schreiben auch gerne? Dann werden Sie doch Autor. Große Verlage wie Springer Medizin benötigen regelmäßig neue ärztliche Autoren.

Doch bevor Sie nun in die Tasten hauen, sollten Sie die verschiedenen Verdienstmodelle als Autor kennenlernen. Wenn Sie beispielsweise für einen Fachbeitrag bezahlt werden, können Sie im Schnitt etwa 20 Cent pro Wort verlangen. Einige Herausgeber bezahlen auch Pauschalbeträge. Wie viel Geld Sie als Arzt auf diese Weise nebenbei verdienen, hängt jedenfalls von Ihrer Schreibgeschwindigkeit ab. Falls Sie so schnell – oder eher langsam – schreiben wie ich, würde ich Sie nicht zu den bestbezahlten Arztberufen zählen.

Sie verfügen über eine besondere Spezialisierung oder meinen, ein großes Laienpublikum begeistern zu können – so wie etwa Dr. von Hirschhausen? Dann können Sie auch ein ganzes Buch herausgeben. Je nach Zielgruppe, Verlag und Verhandlungsgeschick können Sie einen Umsatzanteil von 10 bis 15 Prozent pro verkauftem Exemplar verbuchen. Je höher Ihre Auflage und der Kaufpreis ausfallen, desto gewinnbringender ist Ihr Unterfangen.

Zur Veröffentlichung eines ganzen Buchs werden Sie einen langen Atem benötigen. Zunächst dauert es mitunter Monate, bis Sie Ihr Werk fertiggestellt haben. Dafür profitieren Sie jedoch ein Leben lang von Ihren passiven Einnahmen. Besonders hilfreich ist es, wenn Sie auf Ihrem Gebiet bereits über eine gewisse Bekanntheit verfügen. Bedenken Sie jedoch, dass Informationen auch veralten können. Womöglich ist es notwendig, dass Sie Ihr Buch aktualisieren.

2. Medizinische Übersetzung (70 Euro pro Stunde)

Sie beherrschen mehrere Sprachen oder besitzen gar zwei Muttersprachen? Dann könnten Sie auch als Übersetzer arbeiten. Hier erwartet Sie beispielsweise die Übersetzung fremdsprachiger Fachbeiträge ins Deutsche. Zudem können Sie ausländischen Kollegen dabei helfen, in Deutschland Fuß zu fassen. Unser Land erfreut sich nämlich unter ausländischen Ärzten großer Beliebtheit (externer Link). Damit diese jedoch hier als Mediziner arbeiten dürfen, ist die Anerkennung ihrer ärztlichen Diplome notwendig –  beispielsweise aus Syrien, Russland oder Griechenland. Dafür bedarf es einer korrekten und fehlerlosen Übersetzung der ärztlichen Unterlagen.

Wichtig ist, dass Sie die Zielsprache auf muttersprachlichem Niveau beherrschen. Weiterhin sollten Sie beachten, dass es bei der Übersetzung nicht um Kreativität geht. Ihre medizinische Übersetzung sollte möglichst fehlerlos sein.

Das Geld, welches Sie als ärztlicher Übersetzer verdienen können, fällt nicht ganz so üppig aus. Dies liegt daran, dass der Markt an Übersetzern übersättigt ist und Sie in vielen Bereichen zudem mit nicht-ärztlichen Anbietern konkurrieren; denn eine spezielle Zusatzbezeichnung oder gar ein Facharzttitel sind selten nötig. 

3. Dozent (80 Euro pro Stunde)

Vielen Medizinern macht es Freude, zu unterrichten oder ihr Wissen anderen weiterzuvermitteln. Falls Sie dazugehören, ist womöglich die Dozententätigkeit genau der richtige Nebenverdienst für Sie als Arzt. Dozent halten beispielsweise Vorträge auf Konferenzen, an Hochschulen oder in Seminaren. Zu Ihrem Publikum können Kollegen, Studenten oder Laien gehören.

Gebucht werden Vortragsredner jedoch immer nur als Spezialisten. Sie benötigen also einen klaren beruflichen Fokus, den Sie am besten nachweisen können. Hilfreich sind also eine Zusatzbezeichnung, viele Jahre Berufserfahrung auf einem bestimmten Fachgebiet oder ein Forschungsschwerpunkt.

4. Honorararzt/Vertretungsarzt (90 Euro pro Stunde)

Honorarärzte werden in Kliniken gebraucht, wenn personell Not am Mann ist – beispielsweise für die Rufbereitschaft. Praxisinhaber wiederum benötigen oftmals Vertretungsärzte, wenn sie länger im Urlaub sind oder selbst erkranken. Genau dann schlägt Ihre Stunde. Allerdings benötigen Sie mindestens eine Woche – besser zwei Wochen – am Stück Zeit, um als Honorararzt zu arbeiten. Manche Ärzte nutzen daher ihre eigenen Urlaubstage, um dem Nebenjob als Honorararzt nachzugehen.

Früher konnten Sie Ihre Einsätze direkt mit dem Krankenhaus abrechnen. Doch seit einer Entscheidung des Bundessozialgerichts (externer Link) gelten Honorarärzte, welche zeitweise in einer Klinik arbeiten, als scheinselbstständig. Sie sind also sozialversicherungspflichtig und damit viel teurer. Daher sind entsprechende Vermittlungsagenturen dazu übergegangen, Ärzte selbst anzustellen und im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung an Kliniken zu “verleihen”. Für Sie ändert sich dadurch nichts: Sie arbeiten als Honorararzt weiter selbstständig und erzielen ein hohes Gehalt.

Die Art der honorarärztlichen Aufträge ist sehr unterschiedlich. Alle haben aber eines gemeinsam: Sie werden keine persönliche Beziehung zu Ihren Kollegen oder Mitarbeitern aufbauen können. Sie werden stets Außenstehender bleiben. Des Weiteren sollten Sie räumlich flexibel sein. Schließlich können Sie Ihre Einsätze von Flensburg nach München oder von Aachen nach Berlin verschlagen. Wie lange man das schafft, fragen Sie sich jetzt? Ich kenne eine Anästhesistin, die 14 Jahre lang als Honorarärztin quer durch Deutschland gereist ist.

5. Ärztlicher Bereitschaftsdienst (90 Euro pro Stunde)

Einige sehen ihn als lästige Pflichtaufgabe; für andere stellt er wiederum einen lukrativen Nebenverdienst dar: der ärztliche Bereitschaftsdienst. Hierbei behandeln Sie die Patienten eines Kreises, während alle Arztpraxen geschlossen haben – also auch nachts oder am Wochenende. Dafür erhalten Sie ein stattliches Honorar, welches in manchen Fachgebieten wie Augenheilkunde oder Hals-Nasen-Ohrenheilkunde noch üppiger ausfallen kann.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst beziehungsweise ärztliche Notdienst wird auf Kreisebene organisiert. Es werden grundsätzlich alle im Gebiet niedergelassenen Ärzte zum ärztlichen Notdienst herangezogen. In vielen Regionen besteht übrigens selbst für Privatärzte eine Pflicht zur Teilnahme an diesem Nebenjob.

6. Medizinische Gutachten (90 Euro pro Stunde)

Einen wesentlich ruhigeren Nebenjob, welchen Sie als Arzt sogar im Homeoffice ausüben können, haben Sie als ärztlicher Gutachter. Dabei werden Sie von Gerichten beauftragt, erstellen eine Zweitmeinung oder verfassen etwa verkehrsmedizinische Begutachtungen. Entsprechend hoch sind jedoch auch die fachlichen Anforderungen, damit Sie als Gutachter gebucht werden. In der Regel werden Sie eine abgeschlossene Facharztausbildung oder Zusatzbezeichnung und einige Jahre spezifische Berufserfahrung benötigen.

Der größte Nachteil dieser Nebentätigkeit ist aber, dass sie so schlecht planbar ist. Schließlich werden Sie nur im konkreten Bedarfsfall beauftragt. Trotzdem werden Sie ein gutes Marketing benötigen, um einen gewissen Bekanntheitsgrad unter Ihren Auftraggebern zu erreichen.

7. Selbstständiger Notarzt (100 Euro pro Stunde)

Viele Mediziner wissen nicht, dass sie einzelne Zusatzbezeichnung auch ohne abgeschlossene Facharztweiterbildung erwerben können – und sich dadurch als Arzt ein zusätzliches Einkommen erschließen können. Hierzu gehört auch die Notfallmedizin. Das Fach ist aber nicht jedermanns Sache.

Einen persönlichen Erfahrungsbericht zur Notfallmedizin finden Sie in meinem Beitrag zu interessanten, alternativen Jobs für Ärzte außerhalb der Klinik. Darin berichtet Herr Dr. Eifert über seine Erlebnisse als selbstständiger Notarzt. Sie sind spontan, emotional belastbar und wünschen sich gleichzeitig längere Pausenzeiten während der Arbeit? Dann ist womöglich die Tätigkeit als selbstständiger Notarzt genau die richtige für Sie.

8. Impfarzt (150 Euro pro Stunde)

Die Tage der großen Impfzentren sind zugegebenermaßen gezählt; gleichwohl werden auch heute noch sage und schreibe 150 Euro pro Stunde für Impfärzte bezahlt. Die Frage ist nur: wie lange noch?

Viele Absolventen der Humanmedizin nutzen die Gelegenheit, um ohne Facharztausbildung zu arbeiten und dennoch gutes Geld zu verdienen. Sie erreichen mit ihrem Nebenjob als Impfarzt aktuell den Stundensatz ihres Lebens, während so mancher Chefarzt nur ungläubig zuschaut. Bei aller Begeisterung sollten Ärzte jedoch darauf achten, vom Finanzamt nicht als Scheinselbstständige (externer Link) klassifiziert zu werden.

9. Privatpraxis (mehr als 150 Euro pro Stunde)

Der Traum von der eigenen Praxis – für viele Mediziner scheint er ausgeträumt. Sie stehen als Arzt entweder ohne Facharztausbildung da, haben keine Lust auf das vertragsärztliche System oder fürchten die große Verantwortung. Doch dabei ignorieren sie die vielversprechende Option, eine ärztliche Privatpraxis zu gründen.

Im Gegensatz zur Kassenpraxis brauchen Sie als Privatarzt kaum Voraussetzungen zu erfüllen, um eine ärztliche Privatpraxis eröffnen zu können. Zum Beispiel dürfen Sie Ihre Privatpraxis ohne Facharzttitel betreiben. Auch die Stundenzahl können Sie variabel halten. Nicht zuletzt steht es Ihnen frei, Ihr Honorar selbst festlegen, wenn Sie sich an Selbstzahler richten. Aus meinem privaten Umfeld weiß ich, welche enormen Stundensätze Sie dabei verlangen können.

In jedem Fall sollten Sie vor der Gründung Ihrer ärztlichen Privatpraxis die Patientenstruktur Ihrer Region prüfen (lassen). Gerne übernehmen das meine Experten. Anders als unter Vertragsärzten ist die privatärztliche Niederlassung nämlich nicht reguliert und unterliegt somit – wie in der freien Wirtschaft auch – Angebot sowie Nachfrage.

10. Gründung Ihres Unternehmens (mehr als 150 Euro pro Stunde)

Wenn man sich als Arzt selbstständig macht, ist damit in den meisten Fällen die Gründung einer Praxis gemeint. Doch das umfasst nicht einmal ansatzweise die Fülle an Möglichkeiten, welche Medizinern offenstehen. Im Prinzip können Sie machen, was Sie wollen. Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag zu den Beispielen für erfolgreiche Geschäftsmodelle von selbstständigen Ärzten aus meinem persönlichen Umfeld.

Als Arzt genießen Sie in der Bevölkerung einen unvergleichlichen (und gerechtfertigten) Vertrauensbonus. Diesen können Sie monetarisieren. Insbesondere Online-Geschäftsmodelle bieten sich an. Sie vereinen geregelte Arbeitszeiten, selbstbestimmte Work-Life-Balance und einen Nebenjob als Arzt im Homeoffice.

Besonders attraktiv ist aber Ihr Verdienstniveau: Mit der Gründung Ihres ärztlichen Unternehmens können Sie – anders als bei sonstigen Nebentätigkeiten – Ihren Umsatz von Ihrem Zeitaufwand entkoppeln und somit skalieren. Beispielsweise können Sie Ihre ärztliche Expertise einmalig in Video-Kursen aufzeichnen und diese immer wieder gegen Entgelt an Patienten/Kunden verkaufen. Sie wollen wissen, wie das geht? Gerne zeige ich es Ihnen.

Der richtige Coach, um als Arzt zusätzlich Geld zu verdienen

Wie Sie sehen, gibt es jede Menge lukrativer Wege und alternativer Berufsfelder, um als Arzt nebenbei Geld zu verdienen. Sie haben die sprichwörtliche “Qual der Wahl”. Was liegt Ihnen am meisten? Berücksichtigen Sie unbedingt auch, wie viel Zeit Ihnen zur Verfügung steht oder Sie bereit sind, zu investieren.

Egal, für welche Nebentätigkeit Sie sich am Ende entscheiden – mit Ärzteglück haben Sie in jedem Fall genau den richtigen Coach zur Seite. Dieser unterstützt Sie von der Entwicklung der Geschäftsidee bis zur Akquise der ersten Patienten/Kunden. Wir wollen, dass Sie Ihren Arztberuf lieben. Sichern Sie sich deshalb jetzt Ihren Coach.

Zusammenfassung: 10 lukrative Nebenjobs, um als Arzt zusätzlich Geld zu verdienen

  1. Autor (70 Euro pro Stunde)
  2. Medizinische Übersetzung (70 Euro pro Stunde)
  3. Dozent (80 Euro pro Stunde)
  4. Honorararzt/Vertretungsarzt (90 Euro pro Stunde)
  5. Ärztlicher Bereitschaftsdienst (90 Euro pro Stunde)
  6. Medizinische Gutachten (90 Euro pro Stunde)
  7. Selbstständiger Notarzt (100 Euro pro Stunde)
  8. Impfarzt (150 Euro pro Stunde)
  9. Privatpraxis (mehr als 150 Euro pro Stunde)
  10. Gründung Ihres Unternehmens (mehr als 150 Euro pro Stunde)

Über den Autor

Niels C. Fleischhauer

Niels C. Fleischhauer

Inhaber von Ärzteglück

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