Akupunktur-Nadel wird in Schulter gestochen
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Niels C. Fleischhauer (M.A.)

Privatpraxis ohne Facharzt: wie Sie sich auch ohne Facharzt niederlassen können

Viele Mediziner wollen sich den Stress im anstrengenden Klinikalltag nicht mehr antun – verständlich. Sie suchen nach Jobs für Ärzte außerhalb der Klinik. Doch ein mögliches Ziel – die eigene Praxis – scheint für Assistenzärzte unerreichbar. Schließlich verfügen sie über keinen Facharzttitel. Was wäre, wenn ich Ihnen nun sage, dass sie damit einem Irrtum aufsitzen? Ich habe nämlich gute Nachrichten: Sie brauchen keine abgeschlossene Facharztweiterbildung, um sich niederlassen zu dürfen.

Erfahren Sie, wie Sie sich mittels einer Privatpraxis auch ohne Facharzt niederlassen können. Dabei beinhaltet die Privatarztpraxis gegenüber einer Kassenpraxis sogar viele Vorteile, wie Sie noch erkennen werden. Zudem zeige ich auf, wo Sie schlagkräftige Hilfe für die Gründung einer erfolgreichen Privatpraxis finden.

Praxis-, Gründungs- und Unternehmensberatung für Ärzte

Kassenpraxis oder Privatpraxis?

Wenn von einer “Niederlassung” die Rede ist, denken die meisten an die klassische Kassenpraxis. An dieser vertragsärztlichen Versorgung dürfen Sie nur teilnehmen, wenn Sie über eine abgeschlossene Facharztausbildung verfügen. Diese ermächtigt Sie gleichsam zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenversicherungen, denen immerhin 90 Prozent der deutschen Patienten angehören. Diesem vertragsärztlichen System verdanken wir somit den größten Teil der ambulanten Versorgung.

Daneben existiert mit der Privatarztpraxis aber noch ein “Juniorpartner” der kassenärztlichen Praxis. Im Gegensatz zu Letzterer richtet sich die Privatpraxis an Privatversicherte und (gesetzlich versicherte) Selbstzahler. Dieser Umstand beschert Privatarztpraxen einige wesentliche Privilegien. So können Sie Ihr Patientenspektrum selbst auswählen, ohne zur Behandlung verpflichtet zu sein. Zudem können Sie sich für jeden Patienten genügend Zeit nehmen, da auf Ihnen nicht der vertragsärztliche Zeit- und Leistungsdruck lastet. Schlussendlich gibt es nur wenige Vorgaben seitens der Ärztekammer. Die Voraussetzungen, um eine Privatpraxis ohne Facharzt eröffnen zu dürfen, sind wirklich überschaubar.

Vorbehalte gegen die Niederlassung ohne Facharzttitel

Die ärztliche Privatpraxis besitzt unter Assistenzärzten (zu Unrecht) einen schlechten Ruf. Dieser entstammt vor allem der Unwissenheit über die Besonderheiten der privatärztlichen Tätigkeit. Typische Befürchtungen und negative Glaubenssätze von Medizinern vor der Gründung einer Privatarztpraxis sind etwa:

  • Es gibt nicht genügend Privatpatienten in meiner Region.
  • Es dauert zu lange, bis sich die Privatpraxis rentiert.
  • Ich finde keine Mitarbeiter.
  • Ohne abgeschlossene Facharztausbildung bin ich nicht gut genug.

Derartige Sorgen kann ich hier ausräumen. Zunächst beschränkt sich die Privatpraxis – anders als der (etwas ungenaue) Begriff suggeriert – nicht auf Privatpatienten; vielmehr stellen insbesondere gesetzlich versicherte Selbstzahler einen großen Anteil Ihres Patientenspektrums dar. Auch wird es Sie überraschen, wie viele Patienten für besondere ärztliche Leistungen ins Portemonnaie greifen und große Strecken fahren.

Weiters ist für privatärztliche Räumlichkeiten je nach Fachgebiet meist keine große Ausstattung nötig. Dementsprechend erwarten Sie überschaubare Investitionen. Beides führt dazu, dass sich die Privatarztpraxis oft schon nach relativ kurzer Zeit rentiert. Abgesehen davon ist es auch möglich, als Privatarzt ganz ohne Praxis oder als Arzt im Homeoffice zu arbeiten. Dieses Modell stellt somit die Idealform des Nebenjobs für Assistenzärzte dar.

Die Mitarbeitersuche gestaltet sich als erstaunlich einfach. Aufgrund des wesentlich geringeren Patienten-Volumens benötigen Sie meist nur eine Sprechstundenhilfe – wenn überhaupt. Ich kenne einige Ärzte, die ihre Termine selbst organisieren. Externe Dienstleister für Bürokommunikation, Buchhaltung oder Zahlungsabwicklung entlasten zusätzlich.

Etwas Mut gehört in jedem Fall auch zur Gründung einer Privatpraxis ohne Facharzt. Ob Sie bereits fachlich gut genug ausgebildet sind, spielt eine kleinere Rolle. Denken Sie von der Patientenseite her: Wofür sind Patienten bereit, Geld zu zahlen; und auf welchem dieser Gebiete fühlen Sie sich besonders wohl oder möchten sich spezialisieren? So ist für die Tätigkeit als privater Hausarzt ohne Facharzt zweifelsohne ein gewisser Erfahrungsschatz nötig. Am Ende zählt aber vor allem: Wenn Sie in einem Bereich besonders gut sind beziehungsweise werden wollen, können Sie es “mit einem Facharzt aufnehmen”.

Mögliche Fachgebiete für eine Privatpraxis ohne Facharzt

Einige Assistenzärzte, welche sich ohne Facharzt niederlassen, bringen Zusatzbezeichnungen mit, für welche es keiner abgeschlossenen Facharztausbildung bedarf/bedurfte. Derlei Privatarztpraxen orientieren sich fachlich also an Bereichen wie Ernährungsmedizin, Naturheilverfahren oder Akupunktur. Mit der aktuellen Weiterbildungsordnung ist diese Auswahl freilich eingeschränkter. Doch auch Felder wie Osteopathie, Traditionelle Chinesische Medizin oder Ästhetische Medizin finden sich häufig im Angebot von Privatpraxen. Selbst als privater Hausarzt können Sie ohne Facharzt praktizieren.

Sie benötigen nicht zwingend eine Zusatzbezeichnung. Sie können Schmerzen am Bewegungsapparat von Büroangestellten behandeln; Sie bieten eine ernährungsmedizinische Beratung für untergewichtige Menschen an; oder sie begleiten Schwangere im letzten Trimester mittels Yoga-Übungen? Finden Sie Ihr Feld. Achten Sie jedoch darauf, mit Ihrer Privatpraxis keine Bezeichnung zu führen, über welche Sie ohne Facharzt nicht verfügen dürfen. Hier kann ein Fachanwalt für Medizinrecht weiterhelfen.

Sie sind nicht der erste Assistenzarzt, der sich ohne Facharzt niederlassen will. Daher möchte ich Ihnen zum Abschluss einige Praxisbeispiele vorstellen:

Ein erfolgreicher Start

Ob Rettung in höchster Not, vielversprechende Alternative zum Arztberuf oder lang gehegter Traum – die Privatarztpraxis kann beides sein. Wie bei jeder anderen Selbstständigkeit als Arzt gilt auch hier: Eine Privatpraxis ohne Facharzt zu eröffnen, erfordert etwas Mut. Anschließend bietet sich Ihnen aber die einmalige Gelegenheit, dem alten Arztberuf zu entfliehen und die eigenen Wünsche zu verwirklichen.

Sie sind unsicher, was Ihren fachlichen Schwerpunkt angeht? Betriebswirtschaft ist keine Stärke von Ihnen? Sie fragen sich, wie Sie am effektivsten neue Privatpatienten gewinnen? Das macht nichts. Dafür gibt es den ärztlichen Unternehmensberater von Ärzteglück. Er unterstützt Sie im Rahmen der kollegialen Unternehmens- und Praxisberatung, wenn Sie sich ohne Facharzt niederlassen wollen. Melden Sie sich bei uns, um erfolgreich mit Ihrer Privatpraxis durchzustarten. Wir wollen, dass Sie Ihren Arztberuf lieben.

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FAQ – häufigste Fragen und Antworten

  1. Was ist der Unterschied zwischen Kassenpraxis und Privatpraxis?

    Die Kassenpraxis rechnet mit gesetzlichen Krankenkassen ab und setzt einen Facharzttitel voraus. Die Privatpraxis richtet sich an Privatversicherte und Selbstzahler – dadurch sind die formalen Hürden geringer und die ärztliche Tätigkeit freier gestaltbar.

  2. Kann man eine Privatpraxis auch ohne Facharzt eröffnen?

    Ja, eine Privatpraxis können Sie auch ohne abgeschlossene Facharztausbildung gründen. Der Facharzttitel ist nur für die Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung und damit für die klassische Kassenpraxis zwingend erforderlich.

  3. Darf man als Arzt ohne Facharzt überhaupt selbstständig arbeiten?

    Ja, das ist grundsätzlich möglich. Entscheidend ist nicht der Facharzttitel allein, sondern dass Sie sich im rechtlich zulässigen Rahmen bewegen und nur solche Leistungen anbieten, die fachlich und berufsrechtlich tragfähig sind.

  4. Warum ist die Privatpraxis für Assistenzärzte interessant?

    Sie eröffnet die Möglichkeit zur Niederlassung, ohne erst die gesamte Facharztweiterbildung abschließen zu müssen. Gleichzeitig bietet sie oft mehr Freiheit, weniger wirtschaftlichen Druck pro Patient und die Chance, sich früh auf ein eigenes Leistungsangebot zu fokussieren.

  5. Braucht man für eine Privatpraxis zwingend Privatpatienten?

    Nein, die Privatpraxis lebt nicht nur von Privatversicherten. Ein großer Teil der Patienten sind gesetzlich Versicherte, die bestimmte Leistungen selbst zahlen.

  6. Gibt es genug Selbstzahler für eine Privatpraxis?

    Ja, in vielen Bereichen ist die Nachfrage größer, als Ärzte zunächst vermuten. Patienten sind bereit, für spezialisierte, gut erklärte und spürbar hilfreiche Leistungen Geld auszugeben – selbst dann, wenn sie dafür längere Wege in Kauf nehmen müssen.

  7. Ist die Gründung einer Privatpraxis ohne Facharzt wirtschaftlich realistisch?

    Ja, oft sogar eher als gedacht. Weil die Investitionen je nach Fachgebiet überschaubar bleiben und häufig kein großer Praxisapparat nötig ist, kann sich eine Privatpraxis vergleichsweise schnell rechnen.

  8. Muss man für eine Privatpraxis große Praxisräume und viel Ausstattung haben?

    Nein, das hängt stark vom Angebot ab. In einigen Modellen reicht eine sehr schlanke Struktur. Teilweise ist sogar eine privatärztliche Tätigkeit ohne klassische Praxisräume möglich.

  9. Kann man eine Privatpraxis auch nebenberuflich aufbauen?

    Ja, genau das macht dieses Modell für Assistenzärzte so attraktiv. Eine Privatpraxis kann als Nebentätigkeit starten und später schrittweise ausgebaut werden.

  10. Braucht man für eine Privatpraxis Mitarbeiter?

    Nicht zwingend. Durch das geringere Patientenaufkommen kommen manche Privatärzte mit nur einer Unterstützung aus oder organisieren Termine und Abläufe selbst.

  11. Welche Aufgaben lassen sich in einer Privatpraxis auslagern?

    Typischerweise lassen sich Bürokommunikation, Buchhaltung oder Zahlungsabwicklung an externe Dienstleister delegieren. Das reduziert Fixkosten und hält die Struktur schlank.

  12. Reicht die fachliche Erfahrung ohne Facharzttitel überhaupt aus?

    Das hängt vom konkreten Angebot ab. Entscheidend ist, dass Sie Leistungen anbieten, in denen Sie fachlich sicher sind oder sich gezielt spezialisieren wollen und die Patienten als wertvoll wahrnehmen.

  13. Welche Fachgebiete eignen sich für eine Privatpraxis ohne Facharzt besonders gut?

    Besonders häufig finden sich Bereiche wie Akupunktur, Naturheilverfahren, Ernährungsmedizin, Osteopathie, Traditionelle Chinesische Medizin oder Ästhetische Medizin. Auch privatärztliche hausärztliche Angebote sind denkbar, sofern Erfahrung und Konzept dazu passen.

  14. Was muss man bei der Außendarstellung ohne Facharzt besonders beachten?

    Sie dürfen keine Bezeichnungen führen, zu denen Sie ohne Facharzt oder ohne entsprechende Qualifikation nicht berechtigt sind. Gerade bei der Praxisbezeichnung und Außendarstellung ist daher rechtliche Sorgfalt wichtig.

  15. Welche typischen Ängste halten Ärzte von der Privatpraxis ohne Facharzt ab?

    Häufig geht es um Zweifel an der eigenen fachlichen Eignung, Sorgen wegen fehlender Patienten, Unsicherheit über die Wirtschaftlichkeit oder Angst vor der Selbstständigkeit. In der Praxis lassen sich diese Hürden oft deutlich nüchterner und lösbarer betrachten.

  16. Für wen ist eine Privatpraxis ohne Facharzt besonders geeignet?

    Vor allem für Ärzte, die dem Klinikalltag entkommen, mehr Freiheit in ihrer Tätigkeit gewinnen und ein eigenes medizinisches Profil aufbauen wollen. Weniger passend ist dieses Modell für Kollegen, die maximale Einkommenssicherheit und möglichst wenig unternehmerische Verantwortung wünschen.

  17. Woher stammen die Informationen und Erfahrungswerte in diesem Beitrag?

    Neben den im Text genannten Quellen stammen die Informationen und Erfahrungswerte von Niels C. Fleischhauer, dem Inhaber von Ärzteglück. Er hat mit seinem Team mehr als 100 Ärzte auch bei der Gründung einer Privatpraxis ohne Facharztbezeichnung beraten.

Über den Autor

Autoren-Profilbild

Niels C. Fleischhauer (M.A.) hat Ärzteglück 2020 gegründet. Seine Expertise liegt auf den Gebieten Ärztevermittlung in die Schweiz, Coaching und Gründungs-, Praxis- sowie Unternehmensberatung für Ärzte. Er verfügt über den Abschluss Master of Arts im kommunikationswissenschaftlichen Bereich.

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