Schickes Wartezimmer einer Privatarztpraxis
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Niels C. Fleischhauer

Praxismarketing für Ärzte: 9 bewährte Maßnahmen der Patientenakquise, um mehr/neue Privatpatienten zu gewinnen

Zu wenige Patienten zu haben, ist wahrlich kein Problem, über das Kassenärzte klagen. Zu groß ist der Behandlungsbedarf und zu knapp die wertvolle Ressource Mediziner. Privatärztliche Kollegen haben ganz andere Herausforderungen – gerade zu Beginn ihrer Niederlassung: die Angst vor dem leeren Wartezimmer. Zum Glück gibt es viele Optionen, um es zu füllen.

Nachfolgend präsentiere ich die besten Maßnahmen der Patientenakquise, mit denen Sie Ihre Praxis bekannt machen und mehr Privatpatienten gewinnen. Dank dieser wertvollen Tipps werden Sie genügend und auch die passenden Patienten haben. Vor allem aber kenne ich jemanden, der Ihnen bei der Patientengewinnung und vielen weiteren Aufgaben der Selbstständigkeit tatkräftig zur Seite steht.

Die Bedeutung des Praxismarketings für Ärzte

Wenn wir die Gründung einer Privatarztpraxis begleiten, stellen uns Mediziner meist zu Beginn die eine Frage: “Wie kann ich sicherstellen, dass ich genügend Patienten habe und das Wartezimmer nicht leer bleibt?” Vorweg: Auch wenn diese Gefahr theoretisch besteht, habe ich das in der Realität noch nicht erlebt. Solche Sorgen sind verständlich, aber unbegründet. Denn eine hohe Nachfrage von Privatpatienten ist nichts, was passiert, sondern ein Zustand, den Sie aktiv erzeugen können: mit einem klugen Praxismarketing.

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Gezielt Patientenakquise zu betreiben, ist eine Idee, auf welche die meisten Vertragsärzte niemals kommen würden – obgleich auch sie davon profitieren können. Erhebungen zeigen, dass die Einnahmen von Kassenpraxen umso höher liegen, je größer der Anteil an Privatpatienten ist. Folglich lohnt sich nicht nur eine Privatpraxis; auch Kassenärzte sind gut beraten, wenn sie (gezielt) neue Patienten gewinnen. Mit strategischem Praxismarketing für Ärzte stellen Sie sicher, dass es auch die richtigen sind. Auf diese Weise erzielen Sie höhere Einnahmen und erhalten die Freiheit, Ihren Kassensitz teilweise zu veräußern und mehr Zeit zu haben.

Wie Sie noch sehen werden, können sich Humanmediziner in Sachen Patientengewinnung einiges von den Zahnärzten abschauen. Im Jahre 2007 wurde im zahnmedizinischen Sektor der Gebietsschutz fallengelassen und die Niederlassungsfreiheit eingeführt. Seitdem hat sich in der Außendarstellung von Zahnarztpraxen viel getan. Begriffe wie “Praxismarketing”, “Zielgruppe” oder “Konkurrenz” sind für Zahnärzte zum selbstverständlichen Vokabular geworden. Den Humanmedizinern sind sie entsprechend um viele Jahre voraus. Doch Sie können diesen Rückstand aufholen.

Ärzte dürfen werben

Lange Zeit unterlagen Ärzte in Sachen Werbung restriktiven Vorgaben. In den letzten Jahrzehnten wurde die Regelungen und Gerichtsurteile zunehmend milder. So lässt sich heute festhalten, dass Mediziner für ihre Niederlassung Werbung machen dürfen.

Ein paar Einschränkungen bestehen noch. So sind Vorher-Nachher-Bilder zwar grundsätzlich erlaubt; “dies gilt jedoch ausdrücklich nicht für plastisch-chirurgische Eingriffe” wie etwa Schönheitsoperationen, schreibt die Bundesärztekammer. Auch darf man keine Kollegen verunglimpfen, Leistungen “anpreisen” oder Heilversprechen machen. Die Grenzen der zulässigen Werbung werden Sie recht schnell überblicken und sich merken können. Im Zweifel stellen wir Ihnen während unserer Praxis- und Unternehmensberatung gerne einen spezialisierten Rechtsanwalt vor.

Zielgruppe

Manch einer, der dabei ist, sich als Arzt selbstständig zu machen, wartet bei der Patientengewinnung ungeduldig auf schnelle Resultate. Nach dem Gießkannenprinzip werden dann monatlich vierstellige Beträge in verschiedenste Praxismarketing-Maßnahmen investiert. Doch die erhofften Ergebnisse lassen auf sich warten. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass etwas mit den Grundlagen nicht stimmt. Kein Wunder. Das ist ungefähr so, als würden Sie zig Stunden in den Therapieplan investieren, ohne eine Diagnose gestellt zu haben. Die Folge: erhebliche Zeit- und Geldverschwendung.

Die Ursache für nicht funktionierende Maßnahmen des Praxismarketings liegt oftmals darin, dass keine Zielgruppe definiert wurde. Ohne diese ist es aber ungleich schwerer, mehr respektive neue Privatpatienten zu gewinnen. Oder man erreicht die “falschen” und nicht die Wunschpatienten. Daher gehört die Zielgruppe für mich zu den entscheidenden Voraussetzungen, wenn Sie eine Privatpraxis eröffnen möchten.

Bei der Bestimmung Ihrer Zielgruppe sollten Sie jedoch ein paar Dinge beachten. “Patienten” oder “kranke Menschen” stellen keine sinnvolle Zielgruppe dar. Auch “Diabetiker” oder “psychisch Erkrankte” sind noch zu allgemeine Beschreibungen. Eine wirklich gute Zielgruppe sollte spitz sein. Folgende Kriterien bieten sich zur Zielgruppendefinition an:

  • Soziodemografische Faktoren wie etwa Alter, Geschlecht oder Beruf
  • Sinus-Milieus wie beispielsweise die der “Konservativ-Gehobenen”, der “Nostalgisch-Bürgerlichen” oder der “Performer
  •  Eine “Persona” als exemplarisches Individuum der Zielgruppe mit seinen Bedürfnissen, Herausforderungen oder seinem Umfeld

Wie könnte also eine vernünftige Zielgruppe lauten, damit die Patientenakquise funktioniert? Etwa so: “Menschen im Alter von 40 bis 70 Jahren, die unter chronischen Schmerzen am Bewegungsapparat leiden und denen die herkömmlichen Therapien oder Eingriffe des vertragsärztlichen Systems nicht helfen”. Wichtig: Eine so spezifische Zielgruppe zu bestimmen, heißt nicht, dass Sie nur diese Patienten behandeln dürfen oder sollen. Es wird immer “Beifang” geben, der sogar recht groß ausfallen kann. Dem Beispiel folgend, werden Sie auch jüngere Patienten und solche mit “lediglich” akuten Schmerzen gewinnen.

Leistungsschwerpunkte

Neben einer fehlenden oder schlechten Zielgruppe mangelt es häufig an einer fachlichen Spezialisierung. Dies kann zur Folge haben, dass Patienten sich im Angebot nicht wiederfinden oder den Mehrwert zur Kassenleistung nicht erkennen. Also sollten Sie medizinische Schwerpunkte setzen – passend zur jeweiligen Zielgruppe. Für Ärzte ist dieser Schritt entscheidend, wenn das Praxismarketing seine Wirkung entfalten soll.

Überlegen Sie, in welchen Bereichen Sie besonders effektiv sind. Was für Fragen stellen Ihnen Patienten häufig? Für welche ärztlichen Leistungen brauchen Sie auffallend wenig Zeit? Womöglich gibt es Behandlungen, die Sie wesentlich besser als Ihre Kollegen durchführen. Im besten Fall sind diese Leistungen in der Gebührenordnung für Ärzte angemessen vergütet.

Obwohl Sie eine Praxis auch ohne Facharzttitel eröffnen können, sollten Sie immer berücksichtigen, dass Sie den Facharztstandard gewährleisten sollten. Im Rahmen unserer Praxis- und Unternehmensberatung arbeiten wir mit Medizinrechtlern zusammen. Gemeinsam werden Sie einen Schwerpunkt finden, den Sie anbieten wollen und dürfen.

1. Kooperationen

Für viele Leistungsschwerpunkte existieren Vertragsärzte, die eben solche schweren, zeitaufwendigen und vielleicht eher schlecht vergüteten Fälle loswerden wollen. Solche Zuweiser sind meist dankbar, wenn sie die Patienten zu Ihnen schicken können. Und Sie profitieren von dieser Zusammenarbeit, indem Sie neue Privatpatienten gewinnen. Auch nicht-ärztliche Leistungserbringer wie Ernährungsberater, Physiotherapeuten oder Psychotherapeuten bieten sich als Kooperationspartner an.

Haben Sie keine Scheu vor der Anbahnung einer Zusammenarbeit. Gehen Sie unverbindlich ins Gespräch. Ich bin sicher, dass Sie Kollegen oder nicht-ärztliche Anbieter finden, die gerne eine Empfehlung aussprechen. Ein erster Anlass zu einem Austausch könnte doch Ihre Einladung zur feierlichen Praxiseröffnung sein.

2. Website

Sie ist heutzutage für jede Praxis unerlässlich – selbst für das Praxismarketing von Kassenärzten: die eigene Website. Sie bildet die Basis Ihrer unternehmerischen Präsenz in der Öffentlichkeit. Allerdings besteht ein gewichtiger Unterschied zwischen der Homepage eines Vertragsarztes und der eines Privatarztes: Im ersten Fall dient die Website vornehmlich als Wegweiser, während sie für den privatärztlichen Kollegen ein Instrument der Patientenakquise darstellen kann.

Grundsätzlich sollte Ihre Website eine gute Nutzbarkeit aufweisen und die “Patientenreise” – also die einzelnen Berührungspunkte eines Patienten mit Ihrer Praxis – strategisch begleiten. Dafür eignen sich vor allem folgende Inhalte:

  • Kontaktdaten
  • Online-Terminvereinbarung
  • Online-Rezensionen
  • Wesentliche Fakten über den Arzt und das Team
  • Ratgeber
  • Weiterleitung zu anderen Präsenzen wie etwa bei YouTube, TikTok oder Facebook

Exemplarisch möchte ich auf die Online-Terminvereinbarung eingehen, welche ich für ein simples, aber effektives und unterschätztes Werkzeug halte. Es erlaubt Ihnen, Ihre “Servicezeiten” auf 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr zu erweitern. Sie brauchen Termine nicht mehr selbst telefonisch zu vereinbaren und auch keinen Mitarbeiter dafür abzustellen. Ihre Patienten wiederum hängen in keiner Warteschleife fest. Zudem sorgt die automatisierte Terminerinnerung dafür, dass die Ausfallquote der Termine deutlich sinkt.

3. Suchmaschinenoptimierung

Wer seine Praxis-Website unter dem Gesichtspunkt der Patientengewinnung optimiert oder neu aufbaut, sollte unbedingt einen Ratgeber beziehungsweise Blog integrieren. Darin veröffentlichen Sie Beiträge über Ihr Spezialgebiet. Die behandelten Themen sind in den Suchmaschinen wie Google idealerweise unterrepräsentiert oder gar nicht auffindbar und betreffen Ihre Wunschpatienten. Im Laufe der Zeit – und mit den richtigen Suchbegriffen versehen – werden Sie auf diese Weise gefunden und können neue Patienten gewinnen.

Geeignete Themenschwerpunkte sind etwa unklare Bauchschmerzen im Unterbauch, regelmäßige Schwindelattacken oder chronische Schmerzen am Bewegungsapparat. Die Erfolgsformel für einen guten Ratgeber-Artikel, mit dem Sie mehr Privatpatienten gewinnen, formuliere ich ungefähr so: Je größer Ihre Spezialisierung, je höher das Suchvolumen und je geringer die Konkurrenz, desto besser ist das Thema für Ihren Blog geeignet. Wo auch immer Ihr fachlicher Fokus liegt – Ihr Ziel sollte es sein, in den Suchmaschinen möglichst weit oben in den Suchtreffern zu erscheinen.

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Bevor Sie nun befürchten, vom Arzt zum Autor umsatteln zu müssen, kann ich Sie beruhigen: Sie können Ihre Ratgeber auch schreiben lassen und “nur” Ihr Fachwissen beitragen. Es gibt nämlich Dienstleister für Praxismarketing, die suchmaschinenoptimierte Texte für Ärzte erstellen. Wenn Sie die Praxis- und Unternehmensberatung mit uns machen, können wir Ihnen solche Anbieter vorstellen.

Neben Ihrer Homepage findet Suchmaschinenoptimierung (SEO) auch abseits davon statt. Ein Unternehmensprofil bei Google etwa ist ein Garant dafür, dass man Sie in Google Maps finden kann. Die Erstellung einer solchen Präsenz dauert selbst für Laien nur zehn Minuten. Zudem winkt die Chance, ein begehrtes Ortslabel zu erhalten. Insbesondere in Ballungsgebieten können Sie dadurch Ihre Praxis vielen Menschen bekannt machen.

4. Werbung

Der Neuaufbau einer Online-Präsenz nimmt einige Zeit in Anspruch, bis sie Ihrem Praxismarketing hilft. Gerade zu Beginn kann es daher ratsam sein, Werbung zu schalten. Auch wenn es kontinuierlicher Anpassungen bedarf, entfaltet Werbung praktisch sofort ihre Wirkung. Mittlerweile existieren vielfältige Anzeigenformate und Werbeformen – beispielsweise:

  • Werbeanzeigen in Suchmaschinen wie etwa durch “Google Ads
  • Werbung in sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook
  • Prinzanzeigen in Tageszeitungen oder Fachzeitschriften

Mit der idealen Werbung erreichen Sie Ihre Zielgruppe genau dort, wo sie sich aufhält. Online-Werbung hat sich dabei als günstiges und effektives Mittel der Patientengewinnung erwiesen. Der mächtige Algorithmus im Hintergrund sorgt dafür, dass Ihre Streuverluste im Vergleich zu etwa gedruckten Anzeigen äußerst gering ausfallen. Dadurch können Sie zu verhältnismäßig geringen Kosten neue beziehungsweise mehr Privatpatienten gewinnen.

5. Positionierung als Experte

Ein klassischer Haus- oder Facharzt der vertragsärztlichen Versorgung übt eine vorwiegend passive Rolle aus. Üblicherweise wird der Patient aktiv und sucht den entsprechenden Arzt auf, wenn ein Termin ansteht oder die Beschwerden akut sind. Dabei könnte man die ärztliche Rolle auch umfassender definieren: als umsorgenden Freund des Patienten, der ihm nicht nur in höchster Not beisteht. Vielmehr bereitet dieser Typus Arzt den Patienten ausreichend vor und kümmert sich auch langfristig um ihn.

Die Bereiche Prävention und Nachsorge bergen enormes Potenzial, wenn Sie mehr Patienten gewinnen wollen. Sie können sich auf diesen Gebieten als Experte positionieren, da Ihre ärztlichen Kollegen zumeist ein traditionelles Rollenverständnis haben. Doch wie wird man als ein solcher Experte wahrgenommen? Beispielhaft können Sie Vorträge in Betroffenenverbänden halten. Auch Blog-Beiträge oder Gastartikel in anderen Publikationen bieten sich an. Vergessen Sie zudem nicht die Journalisten, welche stets dankbar für Zitate von Experten sind. All das sind Maßnahmen des Praxismarketings, mit denen Sie Ihre Praxis und Ihre Positionierung bekannt machen können.

Exemplarisch verweise ich hier auf die Tinnitus-Sprechstunde von Dr. Uso Walter auf YouTube. Darin erklärt der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde auf verständliche Weise alles über das namensgebende akustische Symptom. Die Zielgruppe leidet oft jahrelang unter dem Tinnitus und dürfte entsprechend “treu” sein. Für viele Patienten wird Dr. Walter nach einer Google-Suche sogar die erste Anlaufstelle sein, um die eigene Erkrankung zu überwinden.

6. Empfehlungen

Schwer zu steuern, aber gleichwohl sehr wirkmächtig: Empfehlungen beziehungsweise “Mundpropaganda”. Menschen reden am Tag viel über Gesundheit und vor allem ihre Krankheiten. Da wäre es doch schön, wenn ein zufriedener Patient ausgerechnet Ihre Arztpraxis empfehlen würde. 

Auch wenn Sie nur schwerlich beeinflussen können, wie man über Sie und Ihre ärztliche Leistung spricht – zumindest können Sie einen gewissen Einfluss darauf nehmen. Denn die Grundlage jeder Empfehlung ist zunächst Ihre fachkundige Behandlung und anschließend im besten Fall ein günstiger Krankheitsverlauf beim Patienten. Daneben spielt aber auch das “Erlebnis” des Patienten in Ihrer Praxis eine Rolle. Verläuft die Terminvereinbarung reibungslos? Wie freundlich ist das Personal? Wie viel Zeit nehmen Sie sich? Diese und weitere Faktoren steigern die Wahrscheinlichkeit, dass Sie über Empfehlungen neue Patienten gewinnen können.

7. Online-Bewertungen

Kaum ein Instrument der Patientenakquise ist derart berüchtigt wie die Online-Rezension. Schließlich liegt die Kontrolle hier einzig und allein auf Seiten Ihrer Patienten. Manch einer befürchtet, dass die Patienten mit ihren Ein-Sterne-Bewertungen den Ruf der Praxis ruinieren werden. Daher wird dieses Thema von Praxisinhabern gerne ausgeblendet. Ein großer Fehler.

Zunächst möchte ich klarstellen, dass sich unzufriedene Patienten immer Luft machen werden – im Freundeskreis, auf Jameda oder in sozialen Netzwerken. Das lässt sich nicht verhindern und gehört auch zur Meinungsvielfalt einer Gesellschaft dazu. Die gute Nachricht ist aber: Sie können erheblichen Einfluss darauf nehmen. Online-Bewertungen gehören für niedergelassene Ärzte zu den wichtigsten Maßnahmen des Praxismarketings.

Als Erstes sollten Sie die Erhebung der Zufriedenheit Ihrer Patienten zum Standard machen. Das Wissen darüber sorgt zum einen dafür, dass Sie Ihre ärztliche Leistung stetig verbessern beziehungsweise weiterentwickeln können; denn niemand ist perfekt; zum anderen erfahren Sie auf diese Weise, welcher Patient Ihnen wohlgesonnen ist und welcher nicht. Anschließend sollten Sie die zufriedenen Patienten aktiv darauf hinweisen, eine Online-Rezension zu verfassen. Sie werden sehen, dass in kurzer Zeit eine Menge positiver Bewertungen zusammenkommen wird, wenn auch nur jeder zwanzigste mitmacht. Den (mit Sicherheit wenigen) unzufriedenen Patienten dagegen sollten Sie diesen Wink besser nicht geben.

Bestimmt interessiert Sie, wie ein gutes Bewertungsprofil aussehen kann. Ich habe Ihnen ein paar Beispiele von Privatärzten herausgesucht. Ich bin sicher, dass folgende Praxen ein gezieltes Bewertungsmanagement als Instrument der Patientengewinnung betreiben:

Und was ist, wenn doch einmal eine negative Online-Rezension auftaucht? Das kann durchaus passieren. In diesem Fall warne ich davor, sofort einen entsprechend spezialisierten Anwalt zu konsultieren. Manche Kanzleien sprechen Arztpraxen sogar aktiv auf eine negative Bewertung an. Der Plan ist dann, mit verklausulierten Drohgebärden Druck auf den Rezensenten auszuüben, um eine Löschung der Bewertung zu erwirken. Doch in der Folge werden manche Rezensionen noch verschärft und öffentlich gemacht, dass man von einem Anwalt “bedroht” wurde. Besser ist es somit, die Online-Bewertung sachlich zu kommentieren und zum Dialog aufzurufen. So manche schlechte Rezension ist auf diesem Wege abgemildert worden. Außerdem sind vereinzelte unzufriedene Patienten für den Betrachter erwartbar und steigern sogar die Glaubwürdigkeit der anderen Bewertungen.

8. Social Media

Beeindruckende 81 Prozent der deutschen Bevölkerung nutzen inzwischen soziale Netzwerke. Auf Facebook, TikTok und Co tummeln sich fast alle Arten von Patienten in ausreichender Anzahl. Dennoch bestehen zwischen den einzelnen Plattformen gewaltige Unterschiede, was die Zusammensetzung der Nutzerschaft angeht. So werden Sie Rheumatiker auf Instagram kaum erreichen, während sich TikTok mutmaßlich für das Thema Botox eignet.

Sie werden irgendwann mit der Frage konfrontiert sein, ob Sie die Inhalte für Social Media selbst produzieren möchten. Wenn es Ihnen Freude bereitet, kann ich das nur unterstützen. Probieren Sie es wenigstens aus. Womöglich haben Sie ein unentdecktes Talent. Andernfalls können Sie auch eine Social-Media-Agentur beauftragen. Wenn Sie die Praxis- und Unternehmensberatung von Ärzteglück in Anspruch nehmen, können wir Ihnen einen solchen Dienstleister an die Hand geben.

9. IGeL

Viele Kassenärzte ahnen gar nicht, welches Potenzial sich in ihrem Patientenstamm verbirgt. Wer mehr Privatpatienten gewinnen möchte, sollte sich zuallererst dem Bestand zuwenden. Immerhin besteht bereits ein Jahre oder Jahrzehnte währendes Vertrauensverhältnis zwischen Mediziner und Patient.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse sind in vielen Fällen für eine gute Medizin nicht ausreichend. Das wissen Sie und auch Ihre Patienten. Ein gewisser Teil von ihnen wird gerne Individuelle Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen, wenn dies die eigene Gesundheit fördert. Doch wie schafft man es, die Patienten vom Zusatzangebot zu “überzeugen”? Sie sind Arzt und kein Verkäufer. Zum Glück ist es nicht nötig, dass Sie irgendetwas “verkaufen”.

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Häufig genügt es bereits, wenn Sie eine IGeL und deren Nutzen ansprechen. Viele Patienten sind erstaunlich offen dafür, selbst Geld in die Hand zu nehmen. Haben Sie Zahnärzte in Ihrem Familien- oder Freundeskreis? Diese werden Ihnen bestätigen, dass durch die reine Thematisierung einer Zusatzleistung ein höherer Umsatz der Praxis erzeugt werden kann. Heutzutage beinhaltet die Anamnese in den meisten Zahnarztpraxen einen weiteren Fragebogen. Auf diesem kreuzen Patienten an, wie wichtig ihnen etwa ihre Zahnfarbe oder die Zahnstellung ist. So wird der Weg dafür geebnet, passende Individuelle Gesundheitsleistungen zu offerieren.

Ablauf der Patientenakquise

Dies waren die wirkungsvollsten Maßnahmen des Praxismarketings für Ärzte, um die Praxis bekannt zu machen und neue Privatpatienten zu gewinnen. Um die Methoden in Aktion zu erleben, will ich Ihnen ein Beispiel geben. So oder ähnlich können Sie mit einer ordentlich aufgesetzten Patientenakquise den nächsten Privatpatienten in Ihre Praxis führen:

  1. Ein männlicher Patient leidet seit Jahren regelmäßig unter schwachen bis mittelstarken Unterleibsschmerzen. Der Hausarzt und der Gastroenterologe konnten nicht helfen.
  2. Der Patient ist verzweifelt und sucht nach zusätzlicher Unterstützung. Er gibt seine Symptome bei Google ein.
  3. Ein Blog-Beitrag Ihrer Website erscheint als Suchtreffer ganz oben. Der Patient klickt auf den Link zu Ihrer Website.
  4. Der Patient besucht Ihre Website und liest den Blog-Beitrag. Darin steht, dass Sie auf Unterleibsschmerzen spezialisiert sind.
  5. Der Patient geht zum Kontaktformular und gibt seine Daten ein. Vielleicht vereinbart er sogar direkt online einen Termin.
  6. Kurz vor dem vereinbarten Termin erhält der Patient eine Terminerinnerung per E-Mail.
  7. Es kommt zu einem ersten Zusammentreffen zwischen dem Patienten und Ihnen.

Der richtige Partner, um mehr Privatpatienten zu gewinnen

Externes Praxismarketing macht für Ärzte vieles möglich, wenn Sie neue Privatpatienten gewinnen wollen. Wichtig ist aber, nicht ziellos, sondern strategisch vorzugehen. Denn allzu schnell verliert man sich im Dschungel der Möglichkeiten und die Übersicht fürs Wesentliche. Sie trauen sich den Einsatz der beschriebenen Instrumente nicht zu? Ihnen fehlen die Lust oder nötigen Kenntnisse? Glücklicherweise brauchen Sie keine der vorgestellten Praxismarketing-Maßnahmen selbst umzusetzen.

Bei Ärzteglück steht Ihnen eine erfahrene Fachärztin und Gründerin zur Verfügung. Ob Sie nun die Zahl der Privatpatienten erhöhen oder sogar eine Privatpraxis gründen möchten – unsere Expertin begleitet Sie ganzheitlich beim kompletten Prozess: von der Entwicklung eines Geschäftsmodells über die Praxiseröffnung bis hin zur Patientengewinnung. Währenddessen arbeiten wir auch mit auf Mediziner spezialisierten Dienstleistern – etwa Marketing-Agenturen – zusammen. Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Ihre Praxis bekannt machen und mehr Privatpatienten gewinnen wollen. Wir wollen, dass Sie Ihren Arztberuf lieben.

Zusammenfassung: 9 bewährte Maßnahmen der Patientenakquise, um mehr/neue Privatpatienten zu gewinnen

  1. Kooperationen
  2. Website
  3. Suchmaschinenoptimierung
  4. Werbung
  5. Positionierung als Experte
  6. Empfehlungen
  7. Online-Bewertungen
  8. Social Media
  9. IGeL

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Inhaber von Ärzteglück

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