Collage aus verschiedenen Aussschnitten von ärztlichen Stellenanzeigen
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Niels C. Fleischhauer (M.A.)

17 alternative Jobs und Berufsfelder für Ärzte

Es ist zum Verzweifeln: Selbst nach dem dritten Wechsel der Weiterbildungsstelle oder dem Abschluss der Facharztprüfung landen viele Ärzte wieder in den gleichen Arbeitsbedingungen. Vor ihnen wollten sie eigentlich fliehen. Auch die niedergelassenen Kollegen raten dringend von einer vertragsärztlichen Praxis ab. Doch wohin soll es jetzt gehen? Wo kann man als Arzt noch arbeiten? Überlegen Sie gar, nach dem Medizinstudium überhaupt nicht mehr als Arzt zu arbeiten? Wir zeigen Ihnen, wie viele attraktive Alternativen zum klassischen Arztberuf Ihnen offenstehen.

In dieser umfangreichen Sammlung lernen Sie die spannendsten alternativen Jobs und Berufsfelder für Ärzte kennen. Es wird Sie überraschen, welche Berufe Sie mit Ihrem Medizinstudium alle ausüben können. Sie erfahren, welche Voraussetzungen Sie jeweils mitbringen sollten und welche Tätigkeiten sich für Sie eignen. In den meisten Gebieten können Sie als Arzt sogar ohne Facharztausbildung arbeiten. Zuletzt zeige ich Ihnen, bei wem Sie als Arzt genau die Zukunftsperspektiven finden, mit welchen Sie dauerhaft glücklich sein können.

Coaching für Ärzte

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1. Privatpraxis

Das vertragsärztliche System mit seinen Budgetierungen und Zwängen sowie der großen Verantwortung wirken auf viele Mediziner abschreckend. Von der “kleinen Schwester” – der Privatarztpraxis – hat wahrscheinlich jeder Arzt schon einmal gehört. Sie kombiniert die Vorteile einer Niederlassung – keine Dienste, (eine gewisse) unternehmerische Freiheit und wesentlich mehr Einkommen –, vermeidet aber die typischen Nachteile einer Kassenpraxis. So betreten schwierige Patienten seltener die Praxis. Weiterhin sind Privatärzte in ihrer medizinischen Berufsausübung freier.

Muss man denn nicht einen Facharzt machen?“, werde ich häufig gefragt. Nein, und aus diesem Grund ist die Gründung einer ärztlichen Privatpraxis eine hervorragende Antwort auf die Frage, was man bereits kurz nach dem Medizinstudium machen kann. Schließlich gehört ein Facharzt entgegen häufigen Verlautbarungen nicht zu den Voraussetzungen, die man erfüllen sollte, um eine Privatpraxis zu eröffnen.

Wie jedes unternehmerische Engagement bringt auch die Privatpraxis spezifische Risiken mit sich. Meiner Erfahrung nach scheitern Ärzte üblicherweise an zwei grundsätzlichen Hürden:

  1. Was kann/darf ich anbieten?
  2. Wie komme ich an genügend Patienten?

Sie merken schon: Wer ein kalkulierbares monatliches Einkommen auf dem Konto wünscht, ist hier nicht richtig und sollte lieber eine Anstellung wählen. Doch zumindest was die Patientengewinnung angeht, kann ich Sie beruhigen: Ich setze im Hintergrund einige Projekte mit niedergelassenen Medizinern um. Dabei geht es um die Gewinnung von ausreichend gesetzlich Versicherten und Privatpatienten. Sprechen Sie mich gerne an. Letztendlich ist es mit der privatärztlichen Praxis wie mit dem ersten Kind: Man ist erst dann bereit für die Privatpraxis, nachdem man sie gegründet hat.

2. Vertretungsarzt

Man braucht sie immer dann, wenn dringend Not am Mann ist: Die Rede ist von Vertretungsärzten. Diese übernehmen beispielsweise Praxisvertretungen für kassenärztliche Kollegen, die Urlaub brauchen und dadurch zugleich die vertragsärztliche Versorgung sicherstellen. Daneben sind Vertretungsärzte insbesondere in (chronisch unterbesetzten) Krankenhäusern anzutreffen.

Bis zu einer Entscheidung des Bundessozialgerichts im Jahre 2019 wurden Vertretungsärzte als Selbstständige für ihre Leistungen direkt von der Klinik bezahlt. Diese Praxis war für die Arbeitgeber relativ günstig, stellte sich jedoch richtigerweise als Scheinselbstständigkeit heraus. Sie führte seitens der Krankenhäuser zu horrenden Nachzahlungen von Sozialbeiträgen. Also ergriffen große Personalagenturen die Gunst der Stunde: Seitdem stellen sie Vertretungsärzte als sozialversicherte Mitarbeiter an und verleihen diese gegen Honorar an die Kliniken. Geblieben ist in jedem Fall die stattliche Entlohnung für Vertretungsärzte.

Vertretungsärzte übernehmen üblicherweise zwei Wochen am Stück Einsätze in Krankenhäusern – beispielsweise (besonders unbeliebte) Dienste oder, wenn der Krankenstand zu hoch liegt. Manche Kliniken haben dauerhaft Vertretungsärzte beschäftigt, was auf massive Personalprobleme hinweist. In vielen Fällen stellt sich diese Gemengelage als jahrelange Vorstufe zur Insolvenz der Einrichtung dar; denn Vertretungsärzte sind auf die Dauer wegen ihrer guten Entlohnung wesentlich teurer als festangestellte Mitarbeiter.

Abseits des guten Verdienstes freuen sich Vertretungsärzte über relativ viel Freizeit. Meist folgen auf zwei Wochen Arbeit zwei freie Wochen und umgekehrt. Das macht solche Jobs für Ärzte auch als Zusatzverdienst zu einer äußerst beliebten Alternative. So kenne ich einige Mediziner, die – obwohl das arbeitsrechtlich wahrscheinlich nicht in Ordnung ist – ihren Urlaub für Vertretungsdienste nutzen. Weiters benötigt man für viele Einsätze keinen Facharzt.

Doch wo Licht ist, gibt es auch (jede Menge) Schatten. Schließlich ist man als Vertretungsarzt stets der Neue im Team – falls es überhaupt noch ein echtes Team gibt. Ihre Kollegen wissen, dass Sie beispielsweise als Assistenzarzt in Vertretung wie ein angestellter Oberarzt bezahlt werden – für die gleiche Leistung. Menschliche Wärme wird man mit der Jobalternative Vertretungsarzt also weniger erfahren.

3. Forschung

Manchen Ärzten ist der stressige Arbeitsalltag der kurativen Medizin zu viel. Sie sehnen sich nach einer Tätigkeit ohne oder zumindest mit nicht-kurativem Patientenkontakt. Sie wollen nach dem Medizinstudium als Arzt lieber in alternative Berufsfelder wie die Forschung gehen – überspitzt formuliert “von der Front in den Elfenbeinturm” wechseln. Das wäre womöglich der richtige Schritt. Ärzte, die in der Forschung arbeiten, erwarten meist folgende Tätigkeiten:

  • Betreuung medizinischer Studien
  • Körperliche Untersuchungen der Studienpatienten
  • Aufklärungsgespräche
  • Beurteilung der Patienten-Eignung
  • Beurteilung der Durchführbarkeit von angefragten Projekten
  • Arbeit im Labor
  • Tierversuche

Aber wo arbeiten Mediziner, die in die Forschung wechseln? Forschende Ärzte sind mehrheitlich an Unikliniken oder privaten Forschungseinrichtungen angestellt. Dabei verzichtet man als Arzt in der Forschung häufig auf große Gehaltssprünge.

In der Regel ist wenigstens eine Zulassung als Prüfarzt vorgeschrieben, um nach dem Medizinstudium in die Forschung zu gehen. Eine abgeschlossene Facharztausbildung zählt für Mediziner in besagten alternativen Jobs hingegen selten zu den Voraussetzungen. Insofern fällt den meisten Kollegen der Berufswechsel als Arzt in die Forschung und damit auf eine alternative Karriereleiter leicht.

4. Klinikmanagement

Ja, es gibt sie: Ärzte in Kliniken, die tatsächlich relativ pünktlich Feierabend machen. Möglich wird dies durch eine Anstellung im Verwaltungsbereich; denn auch hier arbeiten Kollegen. Sie finden diese Mediziner meist in alternativen Berufsfeldern wie dem Prozessmanagement, der Codierung, dem Qualitätsmanagement oder dem Medizincontrolling. Die entsprechenden Jobs umfassen je nach Abteilung etwa diese Aufgaben:

  • Analyse klinischer Prozesse
  • Beratung von Fachgremien
  • Durchführung von Audits
  • Sicherstellung einer vollständigen Dokumentation

Der ärztlichen Work-Life-Balance ist die Beschäftigung im Klinikmanagement definitiv zuträglich. Vermehrt bieten medizinische Arbeitgeber hier sogar Homeoffice an. Besonders interessant ist dieses Berufsfeld für diejenigen Ärzte, die auf den Patientenkontakt verzichten können. Allerdings sollten Sie ein gewisses Faible für Zahlen oder Informatik mitbringen. Eine entsprechende nicht-medizinische Weiterbildung kann helfen, als Arzt die Stellenzusage für einen solchen alternativen Bürojob oder vergleichbare Berufe zu bekommen.

5. Gesundheitsamt

Deutsche Behörden genießen berechtigterweise nicht den besten Ruf – zumindest dann, wenn man es als Bürger mit ihnen zu tun hat. Sie drängen sich bei der Frage, wo man als Arzt arbeiten kann, nicht unbedingt auf. Doch als Arbeitgeber mit ruhigen Bürojobs werden Gesundheitsämter für Ärzte zunehmend attraktiv. Immerhin sind geregelte Arbeitszeiten und ein ruhiges Arbeitsumfeld hier Standard. Entspannter kann ein Job als Arzt und mit ihm die berufliche Neuorientierung kaum sein – wenn nicht gerade die nächste Pandemie ins Haus steht. Dabei sind die Tätigkeitsfelder bei näherer Betrachtung erstaunlich abwechslungsreich – wie beispielsweise beim amtsärztlichen Dienst:

  • Begutachtung der Dienstfähigkeit von Beamten
  • Erstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Auftrag des Jobcenters
  • Gerichtlich angeordnete Gutachten
  • Plausibilitätsprüfungen von Todesbescheinigungen
  • Überwachung des Verkehrs mit Betäubungsmitteln
  • Begutachtungen nach dem Schwerbehindertenrecht
  • Leichenschau
  • Reisemedizinische Beratung

Das Gesundheitsamt bietet Jobs, welche Sie schon mit absolviertem Medizinstudium antreten können. Ein Facharzt ist meistens nicht nötig, auch wenn er sicherlich Vorteile im Bewerbungsverfahren einbringt. Viele denken nicht daran, dass Mediziner im Gesundheitsamt die Facharztbezeichnung Öffentliches Gesundheitswesen erwerben können. Nebenbei kann dies – die Ableistung der patientennahen Versorgung vorausgesetzt – eine elegante Möglichkeit sein, um als Assistenzarzt ohne Dienste zu arbeiten.

6. Pharmaindustrie

Kennen Sie auch einen Kollegen, der als Arzt in die Pharmaindustrie gegangen ist und bei weniger Arbeitszeit das Doppelte verdient? Ganz so prächtig ist die Realität nicht; dennoch gibt es viele gute Gründe, um als Arzt in der Pharmaindustrie zu arbeiten – auch wenn der Umstieg kein Selbstläufer ist.

Die ärztlichen Aufgabenbereiche in der Pharmabranche umfassenden üblicherweise diese Tätigkeiten:

  • Entwicklung von Arzneimitteln
  • Medikamentenforschung
  • Außendiensttätigkeiten wie der Besuch von Apotheken oder Arztpraxen
  • Organisation und Durchführung von Schulungen für Apotheker, PTAs und Ärzte
  • Teilnahme an Kongressen und Fortbildungsveranstaltungen

Die Pharmaindustrie hält für Ärzte überwiegend geregelte Arbeitszeiten bereit; Sie brauchen keine abgeschlossene Facharztweiterbildung; und das ärztliche Gehalt ist in der Pharmaindustrie zwar nicht nennenswert höher als das klinische Tarifniveau; angesichts der tatsächlichen Arbeitsbelastung ist der reale Stundenlohn bei solchen Berufen jedoch definitiv deutlich besser als in der Medizin. Dennoch gibt es ein großes Aber: Die Menge an ärztlichen Bewerbern übersteigt die Anzahl ausgeschriebener Stellen bei Weitem. Wir haben es also – für die Medizin ungewöhnlich – mit einem klassischen Arbeitgebermarkt zu tun. Das liegt daran, dass man sich auf Jobs in der Pharmabranche mit und ohne Medizinstudium bewerben kann. Dies impliziert folglich auch andere Naturwissenschaftler wie etwa Biologen, Chemiker oder Pharmazeuten. Ärzte als Quereinsteiger haben hier meist das Nachsehen, da ihr Werdegang abseits von der Pharmazie verläuft.

Wenn Sie als Mediziner in die Pharmaindustrie gehen möchten, sollten Sie einen langen Atem mitbringen. Allenfalls Anästhesisten als “anwendende Pharmazeuten” oder Kollegen mit Berufserfahrung in der Medikamentenforschung fällt der ärztliche Quereinstieg leichter. Auch Zusatzqualifikationen wie ein Studium in der Betriebswirtschaft oder ein Master of Business Administration bieten Vorteile. Wichtig ist jedenfalls, dass Sie schon langfristig im Voraus beginnen, Ihr Profil auf die Pharmabranche hin zu entwickeln/schärfen. Übrigens helfen Ihnen Kooperationspartner von mir, wenn Sie als Arzt in die Pharmaindustrie wechseln möchten.

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7. Medizintechnik

Ob Röntgengeräte, Prothesen oder Herz-Lungen-Maschinen – die moderne Medizin wäre ohne den technischen Fortschritt nicht denkbar. Doch derartige Ingenieurskunst entsteht nicht aus sich selbst heraus, sondern bedarf der engen Abstimmung mit Medizinern. Diese nehmen Positionen an der Schnittstelle zwischen den Entwicklern und den ärztlichen Anwendern wahr. So sieht ein mögliches Aufgabengebiet aus, falls Sie als Arzt in die Medizintechnik wechseln:

  • Erforschung von Einsatzmöglichkeiten medizinischer Geräte
  • Entwicklung und Konstruktion neuartiger Geräte für den medizinischen Einsatz
  • Installation, Betreuung und Wartung der Geräte
  • Anleitung medizinischen Personals

Ähnlich wie in der Pharmaindustrie gestaltet sich der Wechsel als Arzte in die Medizintechnik recht zäh. Auf die wenigen ausgeschriebenen Stellen kommen viele ärztliche Bewerber. Die alternative Karriere in der Medizintechnik startet für Sie als Arzt im Optimalfall bereits einige Jahre vor Stellenantritt. Als entscheidender Türöffner fungiert nämlich oftmals erst die ärztliche Umschulung im Zuge eines abgeschlossenen Zweitstudiums – zum Beispiel in einem der folgenden Bereiche:

  • Medizinische Informatik
  • Biomedizinische Technik
  • Medizinische Physik
  • Medizinische Ingenieurwissenschaft
  • Gesundheitsökonomie

Wer den Absprung geschafft hat, kehrt in der Regel nicht mehr in die kurative Medizin zurück. Die meisten der Aussteiger schätzen es sogar, nach dem Medizinstudium in alternativen Berufsfeldern und nicht als klassischer Arzt zu arbeiten. Das mag am ordentlichen Verdienst und den geregelten Arbeitszeiten liegen; zumindest ist mir noch kein Arzt bekannt, der diesen Schritt bereut hat. Darüber hinaus kann man bei Berufsmöglichkeiten wie diesen als Arzt ohne Facharztbezeichnung arbeiten.

8. Krankenversicherung

Vertragsärzte haben ein zwiespältiges Verhältnis zu Krankenkassen: Auf der einen Seite stellen sie den Geldgeber für die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten dar; andererseits sorgen sie regelmäßig mit hohen Honorarrückforderungen für Schlagzeilen. Besonders berüchtigt ist hier der Medizinische Dienst der Krankenkassen. Neben inländischen Anbietern haben aber auch Auslandskrankenversicherungen einige Arztstellen ausgeschrieben. So sieht in etwa Ihr Beschäftigungsfeld aus, wenn Sie als Arzt bei der Krankenkasse oder einer anderen Versicherung arbeiten:

  • Beratung der Versicherung in sozialmedizinischen Fragestellungen
  • Erstellung sozialmedizinischer Gutachten
  • Begleitung der Versicherten bei der beruflichen Wiedereingliederung
  • Ansprechpartner für externe Mediziner

Die formalen Voraussetzungen für einen Wechsel ins Versicherungswesen sind relativ hoch: Oftmals sind eine abgeschlossene Facharztweiterbildung und sogar eine Zusatzbezeichnung wie etwa Sozialmedizin vorgeschrieben. Fehlt Letztere, so kann diese mitunter erworben werden, während Sie als Arzt bei der Krankenkasse beziehungsweise Versicherung arbeiten. Auch die ärztlichen Arbeitsbedingungen bezeichne ich überwiegend als sehr angenehm. In wenigen alternativen Berufsfeldern haben Ärzte so große Homeoffice-Anteile und derart planbare Arbeitszeiten wie bei der Krankenkasse. In manchen Abteilungen wie beispielhaft der Assistance einer Auslandskrankenversicherung ist die Arbeit aus der Ferne obligatorisch.

9. Medical Consultant / Medical Advisor

Sie sind kommunikativ, arbeiten gerne mit Erfolgsprämien und können sich selbst gut verkaufen? Dann könnten der Job als Medical Consultant, Medical Advisor oder vergleichbare alternative Arztberufe genau die richtigen in der Medizin sein. Folgende Tätigkeiten gehören üblicherweise dazu:

  • Entwicklung einer medizinischen Strategie
  • Verkaufsberatung zu medizinischen Produkten
  • Aufbereitung medizinischer Produktinformationen
  • Erstellung medizinisch-wissenschaftlicher Texte
  • Aufbau und Pflege eines Netzwerks zu Meinungsbildnern
  • Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Fachgesellschaften
  • Organisation medizinisch-wissenschaftlicher Veranstaltungen
  • Durchführung von Schulungen

Für introvertierte Ärzte dürften Jobalternativen wie diese nicht geeignet sein; denn auf Sie wartet je nach Arbeitgeber mehr oder weniger Einsatz im Außendienst. Zudem sollten Sie sich weiterbilden – etwa mit einem Studienabschluss als MBA oder einem BWL-Studium. Ohne vergleichbare Kenntnisse könnte es für ärztliche Quereinsteiger langwierig werden, bei manchen Jobs eine Stellenzusage zu bekommen. Schließlich können sich sogar Kollegen mit frisch absolviertem Medizinstudium auf entsprechende alternative Jobs bewerben, was den Berufswechsel als Arzt erschwert.

10. Telemedizin

Gefeiert als eine der prägendsten medizinischen Entwicklungen in den nächsten Jahren, hat die Telemedizin noch etwas Startschwierigkeiten – zumindest, was die Nutzung in der Breite angeht. Die Gründe dafür sind meiner Ansicht nach rechtliche Beschränkungen, vorsichtige Investoren und konservative Patienten. Die wenigen vakanten Arztstellen indessen sind meist schneller vergeben, als sie ausgeschrieben sind. Wenn Sie es aber schaffen, einen Job als Telemediziner zu ergattern, gehören diese Aufgaben zu Ihrem Spektrum:

  • Beantwortung von medizinischen Fragestellungen aus der Ferne
  • Konsile mit Kollegen
  • Praktische Beratung externer Ärzte bei Implantationen von Unterstützungssystemen

Bei aller Begeisterung über eine Arztstelle im Homeoffice dürfen wir die besonderen Herausforderungen der Telemedizin nicht aus dem Blick verlieren. Infolge der Reduzierung der Wahrnehmungskanäle auf Ton und gegebenenfalls Bild – welche außerdem nur technisch reproduziert werden – ist Telemedizin kommunikativ und medizinisch herausfordernd. Eine sehr gute Aussprache und technische Ausstattung sind Pflicht.

Wenn Sie einen Facharzttitel besitzen und womöglich gar einen Kassensitz innehaben, eröffnen sich Ihnen viele Möglichkeiten in der Telemedizin. Ohne Facharzt wird es dagegen deutlich schwieriger. Doch auch hier arbeite ich mit Unternehmen zusammen, die auf privatärztlicher Basis Telemedizin anbieten. Zumeist geht es dabei dann um einen (lukrativen) Zusatzverdienst. Ich führe wöchentlich Gespräche mit weiteren Dienstleistern, um mehr Mediziner in diesen Bereich zu bringen. So oder so ist der Siegeszug der Telemedizin nicht mehr aufzuhalten. Sie hält für Ärzte viele hochspannende berufliche Alternativen zum klassischen Arztberuf bereit; und in zehn Jahren werden die Angebote auch für Ärzte ohne Kassensitz wesentlich reichhaltiger sein.

11. Ärztliche Selbstverwaltung

Sie bietet durchaus naheliegende Berufsfelder mit interessanten alternativen Jobs für Mediziner, sobald man darauf kommt: die ärztliche Selbstverwaltung. Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen und Fachverbände wollen am liebsten mit ihresgleichen zusammenarbeiten. So sind die entsprechenden Stellen beschrieben:

  • Bearbeitung von Bescheiden und Widersprüchen zur CME-Anerkennung
  • Konzeption und Organisation von Lehrveranstaltungen
  • Weiterentwicklung medizinischer Klassifikationssysteme
  • Nutzenbewertung von Arzneimitteln

In der ärztlichen Selbstverwaltung dürfen Sie sich auf geregelte Arbeitszeiten und auch immer mehr Homeoffice-Angebote einstellen. Meist genügt dafür die Approbation, weswegen Sie direkt nach dem Medizinstudium an solche alternativen Jobs kommen können. Fragen Sie sich vorher aber unbedingt, ob Sie auf Patientenkontakt verzichten können. Bei aller Begeisterung für die berufliche Neuorientierung mag so mancher einen klassischen Bürojob als Arzt auf die Dauer eintönig finden.

12. Ärztlicher Gutachter

Ärztliche Gutachter dürfen in einer Auflistung zu alternativen Arztberufen in der Medizin definitiv nicht fehlen. Bei dieser Tätigkeit übernehmen Sie die neutrale Begutachtung von medizinischen Sachverhalten. Auftraggeber sind größtenteils Patienten, Gerichte und Krankenkassen. Mediziner werden hier im Regelfall nicht angestellt, sondern sind selbstständig tätig.

Weil das Gutachterwesen höchste Anforderungen an die fachliche Korrektheit stellt, benötigen Sie eine Facharztbezeichnung. Diese sollte möglichst deckungsgleich mit dem Fachgebiet des angefragten Sachverhalts sein. Häufig ist daher auch eine Zusatzbezeichnung notwendig.

Der Einstieg in den Beruf des ärztlichen Gutachters ist hart. Dies liegt an der Art und Weise, wie man normalerweise an seine Aufträge für die Gutachten gelangt. So haben die Ärztekammern laut Heilberufsgesetz unter anderem die Aufgabe, “auf Verlangen der Aufsichtsbehörden Stellungnahmen abzugeben sowie auf Verlangen der zuständigen Behörden Fachgutachten zu erstatten und Sachverständige zu benennen”. Dieser kommen sie nach, indem sie ein Gutachterverzeichnis führen. Ärztliche Gutachter können sich in dieses Verzeichnis eintragen lassen, um anschließend auf die Beauftragung zu hoffen – ein gerade zu Beginn frustrierendes Unterfangen.

Es ist somit verständlich, dass Ärzte in der Regel nur nebenberuflich in dieser Jobalternative arbeiten. Spannend wäre es, wenn ein ärztlicher Gutachter gezielte Akquise unternehmen würde – beispielsweise über Blog-Beiträge oder die Kontaktaufnahme zu Rechtsanwaltskanzleien. Wäre das etwas für Sie?

13. Dozent

Sie müssen nicht gleich zum Professor berufen werden. Die Tätigkeit als ärztlicher Dozent ist eine derjenigen Alternativen zum Arztberuf, welche Ihnen schon unmittelbar nach dem Medizinstudium zur Verfügung stehen – übrigens auch als angestellter Arzt ohne Facharztbezeichnung. Neben Professoren und Privatdozenten kommen auch nicht-universitäre Engagements wie beispielsweise in Berufsschulen oder medizinischen Fortbildungsakademien infrage. Für Mediziner bringen alternative Jobs als ärztlicher Dozent etwa solche Aufgaben mit sich:

  • Abhaltung von medizinischen Fortbildungen
  • Unterrichtung von Pflegekräften
  • Übernahme von universitären Lehraufträgen
  • Abnahme und Bewertung von Prüfungsleistungen

Sie sollten bei Stellenausschreibungen auf das Beschäftigungsverhältnis achten. Häufig laufen diese “freiberuflich” oder “auf Honorarbasis” ab. Gemeint ist, dass Sie selbstständig sind und sich selbst versichern sollen. Ansonsten überzeugt die Tatsache, dass Sie als Arzt Ihre Arbeitszeit teilweise im Homeoffice verbringen können. Weiterhin können Sie im Freundeskreis stolz erzählen, dass Sie als Arzt und Dozent doppelter Freiberufler sind.

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14. Selbstständiger Notarzt

Ich kenne einen Mediziner, der während seiner Arbeitszeit Gitarre spielt. Das klingt merkwürdig in Ihren Ohren? Da haben Sie recht. Und trotzdem sieht so der Berufsalltag von Dr. Timo Eifert aus – einem selbstständigen Notarzt mit einem zugegebenermaßen etwas ruhigeren Einsatzgebiet. In diesem spannenden Beitrag über alternative Jobs für Ärzte außerhalb der Klinik erfahren Sie mehr über den Tausendsassa.

Herr Dr. Eifert ist nicht der einzige Arzt, welcher sich in der Notfallmedizin pudelwohl fühlt. Ein anderer Kollege etwa schwärmte mir vor, wie er den “Ausblick genieße”, während ihn sein “Chauffeur” durch die Lande fahre – alles bezahlt, wohlgemerkt. Deswegen kann die Tätigkeit als selbstständiger Notarzt mehr als nur ein lukrativer ärztlicher Nebenjob sein. Auf dem Papier jedenfalls übernehmen Sie notfallmedizinische Einsätze in Ihrem Kreis und werden dazu in Schichten eingeteilt. 

Der Einstieg in den Notarzt-Beruf kann ohne abgeschlossene Facharztausbildung direkt über die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin erfolgen. Für die – das wissen viele Mediziner nicht – benötigen Sie keine Facharztbezeichnung als Voraussetzung. Dieser Umstand erspart Ihnen also viele Jahre und vereinfacht den Quereinstieg als Arzt.

Die Notfallmedizin ist nicht für jeden geeignet. Neben der unterschiedlichen physischen wie seelischen Belastung arbeiten Sie nur im Schichtsystem. Es ist klar, dass Tagschichten entsprechend beliebt sind. Gerade für Ärzte mit kleinen Kindern sind andere alternative Jobs nach dem Medizinstudium besser mit dem Privatleben zu vereinbaren.

15. Medizinjournalismus

Bei der Frage, was man bereits kurz nach dem Medizinstudium tun kann, darf auch der Journalismus nicht fehlen. Die Zeit der Informationsüberflutung und der steigenden Gefahr von Fake News betrifft die Medizin in besonderem Maße. Der Wahrheitsgehalt und die Vertrauenswürdigkeit von medizinischen Informationen werden immer wichtiger. Ärzte sind prädestiniert dafür, an entsprechenden Positionen zu arbeiten. Leider sind die Rahmenbedingungen im Medizinjournalismus teilweise äußerst unattraktiv.

Ärztliche Journalisten arbeiten meistens für medizinisch-wissenschaftliche Verlage wie zum Beispiel Springer Medizin. Das Zielpublikum besteht entweder aus Laien oder aus Fachleuten wie ärztlichen Kollegen. Die bekannteste Publikation ist sicherlich die “Apotheken Umschau” mit einer monatlichen Auflage von rund 7,4 Millionen. Das Aufgabengebiet von Medizinjournalisten stellt sich als erstaunlich divers dar und umfasst vielfach auch die Gebiete Öffentlichkeitsarbeit sowie Mediendesign:

  • Verfassen von Publikationen zu medizinischen Themen
  • Beantwortung von Leserfragen
  • Erstellung weiterer redaktioneller Inhalte wie etwa Grafiken oder Medizin-Podcasts
  • Organisation von Pressekonferenzen
  • Erstellung von Drucksachen

Ich habe es bereits angedeutet: Trotz des enormen Bedarfs erweist sich die Auftragslage im Medizinjournalismus als chronisch dünn. Um als Arzt einen solchen alternativen Job zu ergattern, empfehle ich Ihnen, die großen medizinischen und wissenschaftlichen Verlage zu kontaktieren. Weiters sind so wie Journalisten auch Ärzte davon betroffen, dass journalistische Stellen rar gesät und Gehälter knapp sind. Hier wird meistens als Erstes gespart. Dies ist auch der Grund dafür, dass Journalisten oft als sogenannte “freie Mitarbeiter” beschäftigt sind. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als eine verkappte Selbstständigkeit. Achten Sie also auf die genaue Formulierung der Stellenausschreibung.

Die meisten Verlage suchen laut Stellenprofil einen Mediziner und zugleich vollwertigen Journalisten. Diese Person ist mir noch nicht begegnet. Eigentlich wäre für Ärzte ansonsten eine Umschulung vonnöten. Die Arbeitgeber täten gut daran, aus zweien dieser “Medizinjournalisten” ein gut eingespieltes Tandem – bestehend aus Arzt und Journalist – zu machen. So könnten beide ihre Stärken ausspielen.

Sie wünschen sich eine sichere und gut bezahlte Arztstelle? Bei dieser ärztlichen Jobalternative werden Sie nicht fündig. Andererseits eröffnet Ihnen der Medizinjournalismus direkt nach dem absolvierten Medizinstudium alternative berufliche Möglichkeiten. Wer großen Spaß am Schreiben hat und sich maximale Flexibilität im Arbeitsalltag wünscht, findet im Medizinjournalismus den perfekten Job – wobei ich als Autor dieses Beitrags zugegebenermaßen etwas befangen bin.

16. Reisemedizin

Arbeit und Urlaub miteinander kombinieren – das klingt wie ein Traumjob für Sie? Dann sollten Sie sich ernsthaft mit der Reisemedizin beschäftigen. Die Reiselust der Menschen ist ungebrochen hoch – genauso wie der Bedarf an ärztlicher Unterstützung am Urlaubsort. Dies kann ein Hotel oder auch ein Schiff sein. Solche Aufgaben erwarten Sie:

  • Behandlung von Reisenden
  • Beratung zur Bestückung des Bordhospitals
  • Beurteilung der Eignung eines Reisenden zum Rücktransport

Reisemediziner schätzen vor allem die Flexibilität und Vielseitigkeit der Angebote. Ob Strandhotel, polares Expeditionsschiff oder Dschungelcamp – Sie können wirklich viel sehen und erleben. Die Reisemedizin führt Sie wahrlich zu den schönsten Orten, wo Ärzte arbeiten können. Und als Mitglied der Schiffsarztbörse von Dr. Christian Ottomann werden Sie regelmäßig über neue Einsätze informiert.

Ärzte beschreiben die Engagements als überwiegend ruhig. Doch Sie können auch Pech haben. In Erinnerung geblieben sind mir etwa die eindrücklichen Schilderungen einer Reisemedizinerin von einem Donauschiff: Passagiere hätten “gefressen und gesoffen”, seien anschließend “die Treppen heruntergefallen” und hätten sich dabei “die Arme gebrochen”. Wie so oft heißt es also: Augen auf bei der Berufswahl und dem ärztlichen Berufswechsel.

17. Unternehmensgründung

Sie haben nun bereits eine ganze Menge alternativer Jobs und Berufsfelder für Ärzte kennengelernt. Trotzdem war noch nichts für Sie dabei? Dann gründen Sie doch Ihr eigenes Unternehmen. Die ärztliche Selbstständigkeit bietet viel mehr als die Praxis. Einige Kollegen haben sich direkt nach dem Medizinstudium dazu entschieden, nicht als Arzt zu arbeiten – und sind mit dieser Entscheidung glücklich geworden. Etwas Inspiration finden Sie in diesem Blog-Beitrag zu erfolgreichen Geschäftsmodellen von selbstständigen Ärzten aus meinem persönlichen Netzwerk.

Mehr noch als bei der Privatpraxis fragen sich Mediziner typischerweise, was sie denn anbieten können. Da sind Ihrer Fantasie wirklich keine Grenzen gesetzt. Wir können Sie hier auf zweierlei Weise unterstützen: Erstens hilft Ihnen eine ärztliche Kollegin im Rahmen des Ärzteglück-Coachings dabei, genau Ihr Berufsfeld zu finden; und zweitens arbeite ich mit Gründungscoaches zusammen, die Ärzte im nächsten Schritt bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer Geschäftsidee begleiten. In beiden Fällen gilt: Die Termine sind leider sehr knapp. Reservieren Sie sich also am besten zeitnah Ihren Coaching-Termin.

Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf eine praktische Übersicht. Achten Sie gerne darauf, was man mit einem abgeschlossenen Medizinstudium als frischer Arzt, aber ohne Facharzt machen kann:

Alternative zum ArztberufPlanbare ArbeitszeitenHomeofficeVoraussetzungVerdienstniveau1PatientenkontaktArt der Beschäftigung
PrivatpraxisJaTeilweiseApprobationHöherJaAngestellt/selbstständig
VertretungsarztTeilweiseNeinTeilweise FacharztHöherJaAngestellt/selbstständig
ForschungJaTeilweiseApprobation und PrüfarztÄhnlichTeilweiseAngestellt
KlinikmanagementJaTeilweiseApprobation und teilweise ZweitstudiumÄhnlichNeinAngestellt
GesundheitsamtJaTeilweiseApprobationÄhnlichJaAngestellt
PharmaindustrieJaTeilweiseApprobation und teilweise ZweitstudiumÄhnlichNeinAngestellt
MedizintechnikJaTeilweiseApprobation und teilweise ZweitstudiumÄhnlichNeinAngestellt
KrankenversicherungJaTeilweiseApprobation und teilweise FacharztÄhnlichTeilweiseAngestellt
Medical Consultant / Medical AdvisorJaTeilweiseApprobation und teilweise ZweitstudiumHöherNeinAngestellt
TelemedizinJaJaApprobation und teilweise FacharztÄhnlichJaAngestellt/selbstständig
Ärztliche SelbstverwaltungJaTeilweiseApprobationÄhnlichNeinAngestellt
Ärztlicher GutachterJaTeilweiseFacharzt und teilweise ZusatzbezeichnungÄhnlichJaSelbstständig
DozentJaTeilweiseApprobationÄhnlichNeinAngestellt/selbstständig
Selbstständiger NotarztTeilweiseNeinApprobation und Zusatzbezeichnung NotfallmedizinHöherJaSelbstständig
MedizinjournalismusJaJaApprobationNiedrigerNeinAngestellt/selbstständig
ReisemedizinTeilweiseNeinApprobationÄhnlichJaAngestellt/selbstständig
UnternehmensgründungJaJaApprobationHöherTeilweiseSelbstständig
Übersicht zu den Eigenschaften von alternativen Berufsfeldern für Ärzte. 1Verglichen mit einer entsprechenden Anstellung laut einschlägigem Tarifvertrag.

Als Arzt ohne Facharztausbildung arbeiten

Ohne Facharzt bist du nur ein halber Arzt” – Zitate wie diese begegnen jungen Medizinern immer wieder. Solche Behauptungen suggerieren, dass ein Medizinstudium ohne Facharztausbildung wenig bis gar nichts wert sei und man keine Stelle finden werde. Das ist Quatsch, wie Sie spätestens der Blick auf die obige Übersicht beweist. Sie können als angestellter und als selbstständiger Arzt auch ohne Facharztausbildung einige wundervolle alternative Berufe ergreifen.

Ich kenne viele Assistenzärzte, welche für die richtige Alternative liebend gerne ihre Weiterbildung aufgeben würden. Sie sind zuversichtlich, nach Abschluss des Medizinstudiums auch ohne Facharztausbildung arbeiten und mit dem Arztberuf glücklich werden zu können. Und zum Glück wissen wir, wo man ohne Facharzt arbeiten kann.

Die berufliche Jobalternative finden, um glücklich im Arztberuf zu sein

Jetzt habe ich Ihnen gezeigt, dass es mit einem Medizinstudium außer den klassischen Arzt noch viele weitere Berufe gibt. Zugegeben – das waren ganz schön viele Optionen. Es ist verständlich, dass Ihnen jetzt wahrscheinlich der Kopf raucht. Zudem sind praktische Einblicke in diese alternativen Jobs für Ärzte durch nichts zu ersetzen. Daher lege ich Ihnen das Perspektiven-Coaching mit einer ärztlichen Kollegin nahe. Diese besitzt mehr als zwölf Jahre Coaching-Erfahrung. Das Ziel ist, dass Sie gemeinsam Ihre ärztlichen Zukunftsperspektiven finden, bei der Sie dauerhaft beruflich glücklich sein können. Doch die Termine sind aufgrund der zeitlichen Kapazitäten stark begrenzt. Also rate ich Ihnen, möglichst rasch einen Coaching-Termin zu vereinbaren.

Wir wollen, dass Sie Ihren Arztberuf lieben. Und dank unserer Gespräche mit vielen Hundert Ärzten sind wir zuversichtlich, dass wir auch für Sie passende berufliche Jobalternativen kennen. Entscheidend ist – wie so oft im Leben –, das eigene Schicksal aktiv in die Hände zu nehmen.

Coaching für Ärzte

Foto von Niels C. Fleischhauer

Zusammenfassung: 17 alternative Jobs und Berufsfelder für Ärzte

  1. Privatpraxis
  2. Vertretungsarzt
  3. Forschung
  4. Klinikmanagement
  5. Gesundheitsamt
  6. Pharmaindustrie
  7. Medizintechnik
  8. Krankenversicherung
  9. Medical Consultant / Medical Advisor
  10. Telemedizin
  11. Ärztliche Selbstverwaltung
  12. Ärztlicher Gutachter
  13. Dozent
  14. Selbstständiger Notarzt
  15. Medizinjournalismus
  16. Reisemedizin
  17. Unternehmensgründung

FAQ – häufigste Fragen und Antworten

  1. Welche alternativen Jobs gibt es für Ärzte außerhalb von Klinik und Kassenpraxis?

    Es gibt deutlich mehr Möglichkeiten, als viele Mediziner vermuten. Zu den attraktivsten Alternativen gehören Privatpraxis, Vertretungsarzt, Forschung, Klinikmanagement, Gesundheitsamt, Pharmaindustrie, Medizintechnik, Krankenversicherung, Telemedizin, Medizinjournalismus oder die eigene Unternehmensgründung.

  2. Kann man als Arzt auch ohne Facharztausbildung in alternativen Berufsfeldern arbeiten?

    Ja, in zahlreichen alternativen Berufsfeldern reicht bereits die Approbation aus. Das gilt etwa für Privatpraxis, Gesundheitsamt, ärztliche Selbstverwaltung, Dozententätigkeiten, Medizinjournalismus oder Teile der Telemedizin.

  3. Lohnt es sich, die Facharztausbildung für eine berufliche Alternative zu unterbrechen oder aufzugeben?

    Ja, das kann sich lohnen, wenn Sie im klassischen Arztberuf dauerhaft unzufrieden sind und wiederholt in denselben belastenden Strukturen landen. Entscheidend ist, dass Sie nicht aus Frust fliehen, sondern gezielt in ein passenderes Berufsfeld wechseln.

  4. Welche Alternativen zum klassischen Arztberuf bieten planbare Arbeitszeiten?

    Besonders planbar sind Tätigkeiten im Gesundheitsamt, Klinikmanagement, ärztlicher Selbstverwaltung, Krankenversicherung, Pharmaindustrie oder Medizinjournalismus. Auch Arbeitsmodelle in der Telemedizin und in der Privatpraxis können deutlich besser planbar sein als der Klinikalltag.

  5. Welche alternativen Arztberufe eignen sich besonders gut für eine bessere Work-Life-Balance?

    Vor allem Gesundheitsamt, Klinikmanagement, Krankenversicherung, ärztliche Selbstverwaltung und Telemedizin bieten häufig geregelte Arbeitszeiten und wenig Dienste. Auch Medizinjournalismus oder Dozententätigkeiten können für Ärzte mit starkem Wunsch nach Flexibilität sehr attraktiv sein.

  6. Warum ist eine Privatpraxis für Ärzte interessant?

    Die Privatpraxis ist eine ärztliche Niederlassung außerhalb des vertragsärztlichen Kassensystems. Sie ist interessant, weil sie mehr medizinische Freiheit, weniger typische Kassenzwänge und oft höhere Verdienstchancen bieten kann.

  7. Braucht man für eine Privatpraxis zwingend einen Facharzt?

    Nein, ein Facharzt ist für die Gründung einer Privatpraxis nicht zwingend erforderlich. Wichtiger ist, dass Sie ein rechtlich zulässiges Angebot definieren und ein tragfähiges Konzept zur Patientengewinnung entwickeln.

  8. Für wen eignet sich die Tätigkeit als Vertretungsarzt?

    Diese Option passt gut zu Ärzten, die Flexibilität, überdurchschnittlichen Verdienst und blockweise Arbeitseinsätze schätzen. Weniger geeignet ist sie für Mediziner, die ein stabiles Team, feste Abläufe und langfristige Bindung an einen Arbeitsplatz brauchen.

  9. Welche Nachteile hat der Job als Vertretungsarzt?

    Vertretungsärzte sind oft dauerhaft die Neuen im Team und erleben nicht immer kollegiale Wärme. Hinzu kommt, dass sie häufig in schwierigen personellen Situationen eingesetzt werden, was die Arbeit fachlich und menschlich anspruchsvoll machen kann.

  10. Ist die Forschung eine gute Alternative für Ärzte?

    Ja, besonders für Ärzte, die analytisch arbeiten möchten und weniger kurativen Patientenkontakt wünschen. Typische Aufgaben sind Studienbetreuung, Aufklärung, Eignungsprüfung von Patienten und die Mitarbeit an wissenschaftlichen Projekten.

  11. Welche Voraussetzungen braucht man als Arzt für die Forschung?

    Häufig genügt die Approbation – ergänzt um eine Prüfarztqualifikation. Ein Facharzt ist in diesem Bereich meist nicht zwingend notwendig.

  12. Was macht ein Arzt im Klinikmanagement?

    Ärzte im Klinikmanagement arbeiten etwa im Prozessmanagement, Qualitätsmanagement, Medizincontrolling oder in der Codierung. Dort analysieren sie Abläufe, beraten Fachgremien, führen Audits durch und helfen, klinische Prozesse wirtschaftlich sowie organisatorisch zu verbessern.

  13. Ist das Gesundheitsamt eine sinnvolle berufliche Alternative für Ärzte?

    Ja, das Gesundheitsamt ist für Ärzte attraktiv, die ruhige Strukturen, geregelte Arbeitszeiten und abwechslungsreiche Begutachtungs- oder Verwaltungstätigkeiten suchen. Auch ohne Facharzt ist der Einstieg oft möglich.

  14. Wie realistisch ist der Wechsel eines Arztes in die Pharmaindustrie?

    Der Wechsel ist möglich, aber kein Selbstläufer. Die Zahl der Bewerber ist hoch, die Zahl der Stellen begrenzt, und oft konkurrieren Ärzte mit anderen Naturwissenschaftlern oder Kandidaten mit wirtschaftlicher Zusatzqualifikation.

  15. Welche Ärzte haben bessere Chancen in der Pharmaindustrie?

    Vorteilhaft sind einschlägige Vorerfahrung – etwa in der Medikamentenforschung –, sowie Zusatzqualifikationen wie ein MBA oder ein wirtschaftsnahes Studium. Auch Ärzte, die ihr Profil früh gezielt auf die Branche ausrichten, haben bessere Chancen.

  16. Ist die Medizintechnik ein gutes Berufsfeld für Ärzte?

    Ja, besonders für Mediziner mit technischem Interesse. Ärzte arbeiten dort an der Schnittstelle zwischen Entwicklung und Anwendung – zum Beispiel bei Geräteentwicklung, Implementierung, Schulung oder medizinischer Bewertung.

  17. Welche Voraussetzungen braucht ein Arzt für den Wechsel in die Medizintechnik?

    Hilfreich sind Zusatzqualifikationen in medizinischer Informatik, Technik, Physik oder Gesundheitsökonomie. Der Quereinstieg ist möglich, wird aber durch ein klar techniknahes Profil deutlich leichter.

  18. Kann man als Arzt bei einer Krankenkasse oder Versicherung arbeiten?

    Ja, dort übernehmen Ärzte unter anderem Gutachten, sozialmedizinische Bewertungen und die fachliche Beratung interner Stellen. Diese Tätigkeit bietet meist sehr planbare Arbeitszeiten und häufig hohe Homeoffice-Anteile.

  19. Braucht man für das Versicherungswesen als Arzt einen Facharzt?

    Oft ja, jedenfalls deutlich häufiger als in anderen Alternativen. Zusätzlich werden teilweise Zusatzbezeichnungen wie Sozialmedizin erwartet oder während der Tätigkeit erworben.

  20. Was macht ein Medical Consultant oder Medical Advisor?

    In solchen Rollen entwickeln Ärzte medizinische Strategien, bereiten wissenschaftliche Inhalte auf, schulen Fachgruppen und pflegen Netzwerke zu Meinungsbildnern oder Fachgesellschaften. Das Berufsfeld passt besonders zu kommunikativen und vertriebsnahen Persönlichkeiten.

  21. Ist Telemedizin eine echte Alternative zum klassischen Arztberuf?

    Ja, Telemedizin ist eine zunehmend relevante berufliche Option für Ärzte. Sie bietet flexible Arbeitsmodelle und ermöglicht medizinische Beratung, Konsile oder bestimmte Betreuungstätigkeiten aus der Ferne.

  22. Kann man auch ohne Facharzt in der Telemedizin arbeiten?

    Teilweise ja, aber mit Facharzttitel eröffnen sich deutlich mehr Möglichkeiten. Ohne Facharzt ist der Einstieg oft auf privatärztliche oder spezielle telemedizinische Modelle beschränkt.

  23. Was versteht man unter ärztlicher Selbstverwaltung als Berufsfeld?

    Dazu zählen Tätigkeiten bei Ärztekammern, Kassenärztlichen Vereinigungen oder Fachverbänden. Ärzte bearbeiten dort etwa Widersprüche, organisieren Lehrangebote oder arbeiten an Klassifikations- und Bewertungssystemen mit.

  24. Eignet sich die Tätigkeit als ärztlicher Gutachter als Vollzeitberuf?

    In der Regel eher nicht zu Beginn. Der Einstieg ist mühsam, da Aufträge häufig über Gutachterverzeichnisse oder gewachsene Netzwerke kommen, weshalb viele Ärzte zunächst nebenberuflich als Gutachter arbeiten.

  25. Kann man direkt nach dem Medizinstudium als Dozent arbeiten?

    Ja, ärztliche Dozententätigkeiten sind auch ohne Facharzt möglich. Infrage kommen universitäre Lehraufträge, Berufsschulen, Fortbildungsakademien oder Schulungsformate im medizinischen Bereich.

  26. Ist der selbstständige Notarzt eine Alternative ohne Facharztausbildung?

    Ja, der Einstieg kann über die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin erfolgen, ohne dass zuvor zwingend ein Facharzt absolviert werden muss. Das macht die Notfallmedizin für manche Ärzte zu einer vergleichsweise schnellen Alternative.

  27. Für wen ist Medizinjournalismus als Arzt geeignet?

    Besonders gut passt er zu Ärzten mit Freude am Schreiben, Erklären und Strukturieren komplexer Inhalte. Das Berufsfeld bietet viel Flexibilität, ist aber wirtschaftlich oft weniger attraktiv und im Stellenmarkt begrenzt.

  28. Was macht ein Arzt in der Reisemedizin?

    Reisemediziner behandeln Reisende, beraten zu medizinischer Ausstattung vor Ort und beurteilen im Ernstfall etwa die Rücktransportfähigkeit. Die Tätigkeit verbindet medizinische Arbeit mit außergewöhnlichen Einsatzorten und hoher Abwechslung.

  29. Ist die Unternehmensgründung eine realistische Alternative für Ärzte?

    Ja, für unternehmerisch denkende Ärzte kann die eigene Gründung eine sehr starke Alternative sein. Die Möglichkeiten reichen weit über die klassische Praxis hinaus und erlauben es, ein individuelles Geschäftsmodell rund um medizinische Expertise aufzubauen.

  30. Welche alternativen Arztberufe bieten Homeoffice oder ortsunabhängiges Arbeiten?

    Besonders gut eignen sich dafür Telemedizin, Medizinjournalismus, Teile des Versicherungswesens, Klinikmanagement, ärztliche Selbstverwaltung und bestimmte Consulting-Rollen. Auch in der Pharmaindustrie oder bei Dozententätigkeiten sind hybride Modelle häufig möglich.

  31. Welche alternativen Berufsfelder bieten Ärzten das beste Verhältnis aus Freiheit und Einkommen?

    Besonders attraktiv wirken auf viele Ärzte Privatpraxis, Vertretungsarzt, selbstständiger Notarzt, bestimmte Telemedizin-Modelle und unternehmerische Tätigkeiten. Diese Optionen können hohe Freiheit und überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten verbinden, verlangen aber auch mehr Eigenverantwortung.

  32. Wie findet man als Arzt die passende berufliche Alternative?

    Die beste Entscheidung entsteht aus einer ehrlichen Analyse Ihrer Stärken, Belastungsgrenzen und Lebensziele. Wichtig ist, dass Sie nicht nur auf Gehalt oder Work-Life-Balance schauen, sondern auch auf Persönlichkeit, Patientenkontakt, Risiko und Entwicklungsmöglichkeiten.

  33. Woher stammen die Informationen und Erfahrungswerte in diesem Beitrag?

    Neben den im Text genannten Quellen stammen die Informationen und Erfahrungswerte von Niels C. Fleischhauer, dem Inhaber von Ärzteglück. Er hat mit seinem Team mehr als 1.000 Ärzte auch bei der beruflichen Neuorientierung, der Suche nach alternativen Berufsfeldern und strategischen Karriereentscheidungen beraten.

Über den Autor

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Niels C. Fleischhauer (M.A.) hat Ärzteglück 2020 gegründet. Seine Expertise liegt auf den Gebieten Ärztevermittlung in die Schweiz, Coaching und Gründungs-, Praxis- sowie Unternehmensberatung für Ärzte. Er verfügt über den Abschluss Master of Arts im kommunikationswissenschaftlichen Bereich.

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