Porträtfoto von Frau Dr. Eva Dempewolf
Niels C. Fleischhauer

Niels C. Fleischhauer

Unglücklich als Arzt: wie Sie neue Zuversicht gewinnen

Lieben Sie Ihren Arztberuf? Freuen Sie sich auf Ihre Patienten und Kollegen, während Sie zur Arbeit fahren? Da Sie diesen Artikel lesen, gehe ich nicht davon aus. Doch dann sollten sie ihm bis zum Ende folgen. Es lohnt sich.

Dr. Eva Dempewolf, Ärzte- und Führungskräfte-Coach, gibt Ihnen neue Hoffnung, wenn Sie als Arzt unglücklich sind. Sie zeigt Ihnen Wege auf, wie Sie neue persönliche und berufliche Perspektiven entwickeln. Außerdem erfahren Sie in diesem hilfreichen Blog-Beitrag, welche entscheidende Rolle dabei die richtige Arztstelle spielen kann.

Unglücklich als Arzt – wie so viele

Ich hasse meinen Job als Arzt. Ich will kein Arzt mehr sein. Kommen Ihnen Gedanken wie diese bekannt vor? Da befinden Sie sich in guter Gesellschaft. In den letzten Jahren ist die Unzufriedenheit unter Deutschlands Ärzten zunehmend gestiegen. Das beweisen immer neue Studien wie etwa der MB-Monitor 2019 (externer Link). Die ärztliche Überlastung, unbezahlte Überstunden, das hohe Stressniveau im Krankenhaus, eine mangelhafte Work-Life-Balance oder der überhandnehmende Verwaltungsaufwand – die Ursachen sind vielfältig. Bereits Assistenzärzte stehen vielfach vor dem Burn-out.

Auch Ärzte-Coach Dempewolf bemerkt die Auswirkungen der ärztlichen Unzufriedenheit täglich in der eigenen Praxis: “Oft haben sie das Gefühl, ihrer eigentlichen Berufung als Arzt nicht mehr gerecht werden zu können, weil – so erleben es viele – der Träger bzw. die Leitung/Verwaltung mehr auf Zahlen schaut als auf Menschen.” Dabei geraten Ärzte zunehmend in einen Interessenkonflikt, für welchen sie nicht ausgebildet wurden. “Immer wieder kommt beispielsweise vor, dass wichtige Operationen zugunsten elektiver Eingriffe aufgeschoben werden, weil diese mehr Geld bringen.

Obwohl der Anteil derer, die als angestellte Ärzte unglücklich sind, deutlich überwiegt, mehrt sich auch unter den niedergelassenen Medizinern Unmut. Dort sei “die Lage etwas anders, aber auch sie leiden unter der immer mehr Raum einnehmenden Bürokratie, die mit zusätzlichem Zeit-, Energie- und natürlich auch Kostenaufwand verbunden ist”, erklärt Frau Dr. Dempewolf; “und Corona hat alles noch schlimmer gemacht.

Wege zum Ärzteglück

Falls Sie als Arzt unglücklich an Ihrem Arbeitsplatz sind, so sollten Sie sich darüber klar werden, was es konkret ist, das Sie belastet. Laut Ärzte-Coach Dempewolf sei es hilfreich, erst mal zu differenzieren: “Können Sie persönlich an der Situation etwas ändern oder nicht”? Mobbing unter Ärzten ist in Krankenhäusern wie allgemein im Gesundheitswesen leider weit verbreitet. Quält Sie beispielsweise ein sexistischer Oberarzt-Kollege; oder haben Sie den Eindruck, Ihr Chefarzt enthält Ihnen gezielt Informationen vor? “Anschließend formulieren wir ein realistisches(!) Ziel und entwickeln dann gemeinsam Ideen und Schritte, diesem näherzukommen”, beschreibt sie die nächste Stufe. “Häufig geht es etwa um Kommunikationsthemen bzw. Konflikte, für die sich im Rahmen eines Coachings oftmals eine gute und konstruktive Lösung finden lässt.

Auf manche Situationen oder Umstände haben Sie wiederum keinen Einfluss. Häufig ist es die Angst vor der Übernahme von Verantwortung, die manche daran hindert, als Arzt zu arbeiten. Überfordert Sie etwa das Sterben Ihrer Patienten in der Palliativmedizin; oder verzweifeln Sie beim Anblick der Menschenschlange in Ihrer Notaufnahme? Auch hier rät Dr. Dempewolf zur ehrlichen Reflexion: “Welchen Stellenwert hat das Thema, das mich belastet, und inwieweit hängt davon ab, ob ich meine Arbeit als zufriedenstellend erlebe”? Zwar können Sie die genannten Umstände an sich nicht/kaum beeinflussen; “was wir allerdings immer ändern können, ist unsere Einstellung dazu. Gemeinsame Reflexionsarbeit bringt Klarheit, die ihrerseits erfahrungsgemäß schon ein großes Stück weit Erleichterung verschafft. Natürlich kann ein Ergebnis auch sein, dass Arbeitgeber oder Fachgebiet tatsächlich nicht zu dem Mediziner passt.

Letzte Rettung neue Arztstelle?

Der Wechsel der Fachrichtung oder des Arbeitgebers kann die Lösung sein. Doch Sie sollten nicht vorschnell die Segel streichen. “Da, wo Sie jetzt sind, kennen Sie die Probleme, Hemmnisse und Hindernisse. Kliniken, die neue Mitarbeiter suchen, versprechen viel. Wie die Arbeitsbedingungen dann realiter sind, stellt sich erst später heraus. Daher gilt es, genau abzuwägen und eine Prioritätenliste zu erstellen, was die neue Tätigkeit unbedingt erfüllen muss (und woran man das im Vorfeld prüfen kann), was ein schönes Zusatzpaket wäre und auf was man ggf. zu verzichten bereit ist”, gibt Ärzte-Coach Dempewolf zu bedenken.

Es gilt, sich die Klinik oder das Fachgebiet bewusst und genau auszusuchen. “Ein ‘Klinik-Hopping’, wie es bisweilen die Folge eher überstürzter Stellenwechsel ist, macht sich nicht nur nicht gut im Lebenslauf, es kostet auch Zeit und Kraft und Nerven”, betont Frau Dr. Dempewolf. Zudem droht die Gefahr, dass das bereits Durchlebte von Neuem beginnt.

Unterstützung für unglückliche Ärzte

Sie sind auf Ihrem Weg nicht alleine, sondern können sich tatkräftige Unterstützung holen: “Da gibt es natürlich das breite Angebot von Coaching und Supervision, wobei die Kosten – zumal bei Ärzten in Führungspositionen – häufig von der Klinik übernommen werden. Immer mehr renommierte Häuser sind auch dabei, einen Pool mit Coaches und Supervisoren einzurichten, aus dem die Ärzte sich jemand Passenden aussuchen können”, beschreibt Ärzte-Coach Dempewolf die erfreuliche Entwicklung.

Wer etwas mehr Abstand zum Arbeitgeber benötigt, der kann es auch mit Arbeitsgruppen in Form sogenannter “Balint-Gruppen” versuchen. Diese Arbeitsgruppen bestehen zumeist aus sechs bis zwölf Ärzten, welche sich unter professioneller Moderation treffen. Frau Dr. Dempewolf hat gute Erfahrungen mit diesem Format gesammelt: “Der Austausch mit Kollegen (auch aus anderen Kliniken oder medizinischen Arbeitsfeldern) wird immer als hilfreich und Kraft gebend empfunden.

Dauerhaft glücklich beim richtigen Arbeitgeber

Sie müssen den Arztberuf nicht gleich aufgeben. Es gibt viele Perspektiven. Einen entscheidenden Teil – Ihre eigene Einstellung – haben Sie selbst in der Hand; und bei Ihrem Arbeitsumfeld wiederum verfügen Sie über viele Optionen, um als Arzt wieder glücklich zu werden: Ob MVZ, Praxis oder alternative Berufsfelder wie die Pharmaindustrie, die Medizintechnik oder Krankenversicherungen – als Arzt können Sie außerhalb des Krankenhauses und unter besseren Arbeitsbedingungen eine neue Heimat finden. “Ich bin überzeugt, dass jeder Arzt eine Stelle finden kann, an der er sich am richtigen Platz fühlt”, zeigt sich Ärzte-Coach Dempewolf sicher.

Nehmen Sie sich die Unterstützung, welche Sie benötigen – von Ärzte-Coaches wie Frau Dr. Dempewolf, erfahrenen Kollegen oder Ärzteglück. Wir wollen, dass Sie Ihren Arztberuf (wieder) lieben. Wir zeigen Ihnen, wo Sie die Arztstelle finden, mit der Sie dauerhaft glücklich sind. Melden Sie sich bei uns.

Porträtfoto von Dr. Eva Dempewolf
Dr. Eva Dempewolf ist Ärzte- und Führungskräfte-Coach. Sie leitet eine eigene Praxis für Coaching, Psychotherapie und Supervision in der Nähe von München. Sie unterstützt ihre Klienten in Krisen und Veränderungsprozessen. Mehr erfahren Sie auf ihrer Website www.mehr-kompetenzen.de (externer Link).

Über den Autor

Niels C. Fleischhauer

Niels C. Fleischhauer

Inhaber von Ärzteglück

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